MOLBERGEN - Die Löninger Brüder Rosemeyer schlagen mit dem Verein „Der kleine Nazareno“ eine Brücke zwischen zwei Welten. Ihre Unterstützung kommt bei den Bedürftigen direkt vor Ort an.
Von Alois Landwehr
MOLBERGEN - Einen 550-Euro-Scheck haben Kinder der Grundschule Molbergen kürzlich Vertretern des Vereins „Der kleine Nazareno“ überreicht. Er wurde 1992 von den Brüdern Bernard und Werner Rosemeyer aus Löningen gegründet, und betreut derzeit etwa 120 Straßenkinder in den brasilianischen Städten Fortaleza und Recife.In der Vorweihnachtszeit hatte Werner Rosemeyer die Grundschüler über das Schicksal der Straßenkinder in den Elendsvierteln brasilianischer Metropolen informiert. Gleichzeitig stellte er das von seinem Bruder Bernard, der im Februar zu einem Besuch in seine Heimatstadt kommt und gerne über die „Nazareno“-Arbeit berichtet, geleitete Projekt vor.
Rosemeyer unterhält in Fortaleza das nach dem Verein benannte Haus „Opequeno Nazareno“ und in Recife ein Kinderdorf als Anlaufstelle. „Dort ist die wirtschaftliche Not in vielen Fällen unerträglich. So mancher Vater ist arbeitslos. Dazu kommen in zahlreichen Familien Alkoholprobleme, die zu Gewaltausbrüchen führen. So landen Kinder auf der Straße. Dort führt sie der Kampf ums Überleben unweigerlich in die Kriminalität“, hatte der „Nazareno“-Gründer berichtet.
Der Verein sieht es als Auftrag an, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen. Dazu besuchen „Streetworker“ die Plätze, an denen sie sich abends oder nachts aufhalten. Etwa 100 Euro kostet es monatlich, ein Straßenkind zu betreuen, es aufzunehmen, und ihm eine Schul- sowie später eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Auch die Familien erhalten Unterstützung. In Fortaleza übernimmt die Stadt 20 Prozent der Kosten. Der Rest sind Spenden. Der Verwaltungsanteil, so Rosemeyer weiter, beträgt ein Prozent der eingehenden Summe. So gelangt die Hilfe zu den Bedürftigen.
Angesichts dieser Schilderungen zeigten sich die Molberger Grundschüler betroffen über die Not ihrer brasilianischen Altersgenossen. Spontan, so berichtet Rektorin Ria Deeken, brachten sie Geld mit in die Schule. So kam die Spende in kurzer Zeit zusammen.
Mehr Informationen auch unter www.nazareno.de
