Molbergen - „Die Schule in diesem Theaterstück kann in Molbergen sein, in Berlin oder irgendwo in Deutschland. Überall haben die Schüler ähnliche Probleme, die sich um Noten und Versetzung drehen. Viele Schüler sind dann richtig kreativ, wenn es darum geht, relativ bequem durch das Schuljahr zu kommen“, hatte Rektorin Petra Hensen in die Thematik des Theaterabends an der Anne-Frank-Schule in Molbergen eingeführt. In diesem Jahr führte die Theater-Arbeitsgemeinschaft der Schule, die durch ihre jährlichen Aufführungen inzwischen einen guten Ruf genießt, unter Leitung von Maria Wichmann die Kriminalkomödie „Das Toupet“ von Heinz Tautkus auf, für die die Aktiven der Molberger Laienspiel-AG ein Jahr lang fleißig geübt haben.

Einleuchtend ist das Motiv von Felix (Stanislava Dobreva), dem Mathematik-Lehrer Bichler-Neuhaus (Joyce Folks) das Toupet zu klauen. „Bichler-Neuhaus hat zwar zwei Krawatten, diese blaue da, und dann die mit dem verkleckerten Ei. Er hat aber nur ein Toupet! Der Lehrer kann oben ohne nicht zur entscheidenden Mathe-Arbeit erscheinen, und Felix’ Versetzung wäre damit gerettet.

Nicht ganz so kreativ ist Idee von Mitschülerin Eva (Albina Chochlova), die von sich sagt, dass sie blond und blöd sei. „Ich bin der fleischgewordene Männerwitz“, klagt sie. Sie will Bichler-Neuhaus einen Liebesbrief schreiben, um sich „einzuschleimen“ und so ihre Noten verbessern. Doch auch andere Mitschüler haben Interessen zu vertreten. So geraten mehrere Briefe und E-Mails an den falschen Empfänger, das Toupet taucht in der Handtasche der Lehrerin Eva Herrmann (Karin Schlak) auf, der zu Tode erschrockenen Putzfrau (Pauline Schumacher) fällt ein Mann aus dem Schrank. Kein Wunder, dass der Inspektor (Fabian Weiser) und sein Assistent (Jasmin Langlitz) den „Fall“ nicht lösen können – sie haben nicht mit der Fantasie der Schüler gerechnet.

Für Heiterkeit sorgt auch „Volksmund“, ein Mitschüler, der zu jeder Gelegenheit ein nicht immer passendes Sprichwort von sich gibt: „Wenn alle schlafen und einer spricht, dann ist das Unterricht“ oder „Lieber fünf Stunden Schule als überhaupt keinen Schlaf“.

Die Akteure erhielten für ihre guten schauspielerischen Leistungen sehr viel Beifall der vielen Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula. Die vielen komischen Verwicklungen sorgten für entsprechende Unterhaltung. Dazu passten die beiden Bühnen mit den von Regisseurin Maria Wichmann gestalteten Bühnenbildern, die immer wechselnd bespielt wurden.