Moorriem - Als „Wuddeldick“ aus der Erde gezogen wurde und das Licht der Welt erblickte, fand die kleine orangefarbene Karotte liebevolle Aufnahme in der Moorriemer Grundschule in der Klasse E 1 bei Lehrerin Ines Hühnlein und ihren plattschnackenden Deerns und Jungs. Dort bereitete man „Wuddeldick“ ein kleines Bett, stellte ihm zwei Sessel hin, falls doch einmal Besuch kommt, dazu noch ein Schapp, wo „Wuddeldick“ seine Werder-Fan-Trikot verwahrt.
Morgens, wenn viel los ist in der Schule, hat die Schulkarotte ja eine Menge Spaß, am Wochenende darf sie immer ein Schulkind nach Hause begleiten, aber die Nachmittage: die sind sooo langweilig!
„Wuddeldick“ hatte eine Idee: nachmittags ein bisschen im Internet surfen und mal schauen, wer wohl in Moorriem und umzu als Plattschnacker unterwegs ist. Da traf „Wuddeldick“ auf einen Zeitgenossen, der perfekt platt schnackt und dazu noch ein ganz bekannter Fernsehstar ist: düsse Kierl heet Yared Dibaba und de wohnt in Hamburg.
Bei „Wuddeldicks“ Kontaktaufnahme zu Yared half ihm seine „geistige Mutter“ Ines Hühnlein, die bereits zwei Bücher über „Wuddeldicks“ Abenteuer geschrieben hat. Gemeinsam verfassten die beiden einen plattdeutschen Brief, in dem sie erklärten, warum die Plattschnacker-Schule in Moorriem sich über einen Besuch von Yared freuen würde. Die Antwort kam bald und sein Versprechen die lüttjen Erst- und Zweitklässler zu besuchen, löste der Fernsehstar nun ein.
Die Kinder begrüßten den in Falkenburg (Gemeinde Ganderkesee) aufgewachsenen Gast singend mit der Aufforderung „Schnack mal platt“ – und darum ließ sich Jared nicht lange bitten.
Er erzählte von seiner Schulzeit in Falkenburg, von der früheren Heimat Äthiopien und wie er nach Deutschland gekommen ist. Die Kinder erzählten von ihrer Freundschaft mit „Wuddeldick“ und schnell kam ein Plattschnacker-Dialog in Gang.
Und weil Yared gestand, dass er als „lüttje Kierl“ auch gern gesungen hat, ging es musikalisch weiter: gemeinsam sang man „Anne Eck steiht’n Jung mit’n Tüdelband“ und „Herrn Pastor sien Kauh“ wurde fröhlich geschmettert und die Schulhymne „Ik bün een Dörpkind..“ durfte ebenfalls nicht fehlen.
Am Ende der plattdeutschen Gaststunde zeigte sich Yared Dibaba begeistert von den Plattdeutsch-Kenntnissen der Moorriemer Kinder: „Sowat gifft dat bi us in Hamborg nich!“
