MüNCHEN/HAMBURG - Teamleitern fällt eine Schlüsselrolle zu. Sie müssen echtes Interesse zeigen.

Von Sandra Tjong

MÜNCHEN/HAMBURG - Jeden Morgen Punkt 9 Uhr trifft sich in der Münchner Siemens-Zentrale das Presseteam zu einer Lagebesprechung. „Der feste Termin ist wichtig, um die Themen des Tages gemeinsam zu erörtern“, erläutert Karlheinz Groebmair, der für die Publikumspresse zuständig ist. Teamarbeit wird bei Siemens seit Jahren groß geschrieben – wie bei vielen anderen großen Unternehmen auch.

„Komplexe Aufgaben, die unterschiedliche Kompetenzen erfordern, können im Team umfassender und schneller als von einer Person bearbeitet werden“, sagt Christine Scheffler. Sie leitet die Bertelsmann University in Gütersloh, die Schulungen für Führungskräfte bietet.

Sachbuchautor Rolf Meier aus Hürth (NRW) weist auch auf den Spaß bei der Arbeit im Team hin: „Das ist angesichts des zunehmenden Arbeitsdrucks und wachsender Unzufriedenheit unter Angestellten ganz wichtig.“ Bis Gruppen erfolgreich kooperieren, kann es aber dauern.

„Für wenig komplexe, mechanisch zu erledigende Aufgaben lohnt der Aufwand meist nicht“, so Christine Scheffler. Dem stimmt Meier zu: „Man muss Zeit in die Kommunikation und in Einzelgespräche investieren.“

Meier empfiehlt für Projektteams eine Größe von fünf bis sieben Mitgliedern. Optimal ist es, bestimmte Persönlichkeitspräferenzen zu kombinieren – den Kreativen, den Sorgfältigen, den Mutigen, den Sozialen. „Wenn der Leiter das Team zusammenstellt, sollte er die Mitarbeiter so gut kennen, dass er vermeintliche Schwächen zu Stärken entwickeln kann“, sagt Susanne Glaser-Radtke. Sie leitet die GIM Gruppe, eine Personalberatung in Hamburg.

Die Expertin empfiehlt zu Beginn des gemeinsamen Projekts eine ein- oder mehrtägige Teambildungsmaßnahme, auch um die Rollen je nach Persönlichkeit und Fähigkeiten zu definieren.

Eine klare Arbeitsteilung sowie eine intensive Kommunikation sind das A und O innerhalb des Teams. Die erfolgt durch regelmäßige Treffen und E-Mails. Die Münchner Sachbuchautorin Christine Öttl rät Teamleitern, regelmäßig zu den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter zu gehen. „Echtes Interesse zeigen, nachfragen, sich sehen lassen“ – all das schaffe neben Vertrauen auch einen guten Teamgeist.

Literatur: Rolf Meier: Erfolgreiche Teamarbeit, Gabal, 17,90 Euro.