Neuenburgerfeld - Nun ist es offiziell: Alexander Krumnow ist, unterstützt von seiner Frau Melanie, neuer Leiter des Kinderhofes Wehde in Neuenburgerfeld. Er hat damit, wie er sagt, seinen Vater Andreas Krumnow beerbt, der den Hof 1995 gemeinsam mit seiner Frau Heidi aufgebaut hatte. Die beiden wollen noch zwei bis drei Jahre in der Einrichtung bleiben, dann aber in ein Privatdomizil umziehen.

Alexander Krumnow ist Diplom-Sozialarbeiter und Diplom-Heilpädagoge. Einer überörtlichen Organisation ist das Haus nicht angeschlossen, „aber wir unterliegen denselben Verpflichtungen, wie andere auch, sei es nun die Heimaufsicht oder die Qualitätsentwicklungsvereinbarung“.

Zwölf genehmigte Plätze haben die Krumnows in der früheren Schule eingerichtet und dafür oftmals umgebaut. Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren leben dort. Zwei weitere werden in einer Erziehungsstelle betreut, die ebenfalls geschultes Personal erfordert. Die Mädchen und Jungen kommen häufig traumatisiert nach Neuenburgerfeld, haben unter anderem Missbrauch oder Vernachlässigung erfahren. „Es ist eine hoch emotionale und anstrengende Arbeit, die wir und unsere Mitarbeiter leisten“, sagt Andreas Krumnow, aber sie wird auch belohnt. Viele der jungen Menschen, die im Kinderhof bislang gelebt haben, halten auch Jahre später noch Kontakt und kommen zu Besuch. „Wir versuchen, den Kindern ganz viel Beziehung anzubieten, damit sie zum Beispiel ein anderes Männerbild bekommen. Wir möchten ihnen Normalität vermitteln“, sagen die Krumnows und ergänzen: „Sie sollen lernen, dass Erwachsene auch zuverlässig sein können.“

Außer den Außentüren nachts wird in dem Haus nichts abgeschlossen, auch der private Bereich von Andreas und Heidi Krumnow nicht, denn immer wieder kommt es vor, dass die Kinder schlecht träumen, Angst vor Gewitter haben: „Dann sollen sie die Möglichkeit haben, zu uns zu kommen.“ Musik spielt im Kinderhof eine ebenso große Rolle wie die Verpflichtung, dass die Mädchen und Jungen sich einem Verein anschließen: „Dadurch bekommen sie gute Kontakte.“

Die Kinder besuchen öffentliche Schulen und schließend auch dort Freundschaften. Sie alle verfügen über Fahrräder und können auch einen Wahrnehmungsförderungsraum nutzen, für dessen Nutzung Alexander Krumnow sich fortbilden ließ. „Wir legen Wert darauf, dass wir heilpädagogisch arbeiten“, sagt er.