Nordenham - Wenn Kinder in der Pubertät sind, geraten Eltern oftmals an ihre Grenzen. Was sollen sie tun, wenn die Tochter plötzlich in die Disco möchte und High Heels tragen will? Oder wenn der Sohn stundenlang vor dem Computer hockt? Solche und ähnliche Fragen kommen auf den Tisch, wenn Anne Allmers vom Kinderschutzbund Nordenham ihre Elternkurse hält. Am 23. Januar startet sie einen weiteren Kursus, der sich vor allem an Eltern mit pubertierenden Kindern richtet.
„Aufbruch, Umbruch – kein Zusammenbruch“ – der Titel des Lehrgangs sagt eine Menge darüber aus, worum es Anne Allmers geht. „In der Pubertät mutieren die gestern noch netten Kleinen zu unbekannten Wesen, die Eltern durch unkontrollierte Ausbrüche oder stummen Rückzug rat- und hilflos dastehen lassen.“ Eltern verstehen ihre Kinder nicht mehr, Kinder finden ihre Eltern peinlich. Die Heranwachsenden sind mit allen Mitteln um Abgrenzung und Autonomie bemüht. Die Stimmung in der Familie nähert sich dem Nullpunkt. Die typischen Konfliktfelder sind Regeln und Konsequenzen, Ordnung und Sauberkeit, Mithilfe im Haushalt, Ausgehzeiten, respektlose Kommunikation, Medienkonsum, überzogene materielle Ansprüche an die Eltern, Partys, Zigaretten, Alkohol und Drogen.
Anne Allmers möchte den Teilnehmern Empfehlungen für einen stressfreieren Umgang mit ihren Kindern geben. Sie möchte ihnen vermitteln, auch in schwierigen Zeiten nie die positiven Seiten der Kinder aus den Augen zu verlieren. „Wir können die Kinder nicht klein halten und gleichzeitig erwarten, dass sie zu selbstbewussten Persönlichkeiten reifen.“ Eine Rückbesinnung auf die eigene Pubertät helfe den Eltern zu einem neuen Verständnis für ihre eigenen Kinder. Außerdem will Anne Allmers neue Ergebnisse der Hirnforschung weitergeben, die helfen, das Mysterium Pubertät zu verstehen und entspannter mit den Kindern umzugehen.
„Bei allen Problemen ist es wichtig, die Verbindung zum Kind nicht zu verlieren.“, sagt Anne Allmers. Das Signal an die Kinder müsse sein: Ich bin für dich da, auch wenn mir dein Verhalten gerade nicht gefällt. Wichtig sei auch, dass die Eltern ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.
Der Kursus findet an zwölf Abenden im Familien- und Kinderservicebüro an der Herbertstraße 3 statt. Immer mittwochs treffen sich die Eltern dort in der Zeit von 19.30 bis 22 Uhr. Anmeldungen nimmt die Ländliche Erwachsenenbildung unter
Die Elternkurse gibt es bereits seit 2002 beim Nordenhamer Kinderschutzbund. Die Nachfrage ist nach wie vor sehr groß. Anne Allmers hat in den vergangenen Jahren schon etwa 100 Familien mit 180 Kindern erreicht. Sie freut sich über das positive Feedback vieler Eltern. Aus den Elternkursen ist ein Elternstammtisch entstanden, zu dem sich einmal im Monat ehemalige Teilnehmer treffen, um sich auszutauschen.
