Ganderkesee - Seit 33 Jahren steht Rita Wieneke als Rektorin an der Spitze der Grundschule Lange Straße. Mehrfach hatte sie Angebote zu wechseln – die sie konsequent ausschlug. „Diese Schule ist ein Glücksfall für mich“, sagt die Lehrerin aus Leidenschaft. Mit Ablauf des Schulhalbjahres wird Rita Wieneke, Jahrgang 1950, nun doch wechseln – in den Ruhestand.

„Glück“ – dieser Begriff fiel mehrfach, als die Pädagogin am Dienstag gegenüber der NWZ  ihren Weg durch die Schullandschaft beschrieb. Dieser Weg sei beileibe nicht immer wie geplant verlaufen. Aber: „Mein Berufsleben war ein unglaublich glückliches Leben.“

Schon im ersten Schuljahr in der einklassigen Dorfschule in Lichtenborn (Kreis Northeim) hatte es für sie nur einen Traumberuf gegeben: Lehrerin. „Ich habe alle Kinderkrankheiten in den Ferien gehabt.“

Nach Abitur in Northeim und Studium an der Pädagogischen Hochschule Göttingen (Hauptfach Mathematik, Zweitfach Physik/Chemie; Ziel: Hauptschullehrerin) wollte sie in den Nordwesten – da hatte es ihr bei einem Ferienaufenthalt als Kind so gut gefallen. Freilich: Ihre erste Stelle sollte sie 1973 nicht an einer Haupt-, sondern einer Grundschule in Delmenhorst antreten. Weitere Stationen: eine Orientierungsstufe, wieder die Delmenhorster Grundschule (als Konrektorin) – schließlich, ab 1983, die Grundschule Lange Straße (als Schulleiterin).

Rita Wieneke kam in eine Schule mit „gestandenen“ Lehrkräften. Das Durchschnittsalter habe damals bei 53 Jahren gelegen, erinnert sie sich. Aber: Die Schule sei „richtig aufgeblüht“, weil sie hier ein Team gefunden habe, das modernisieren und ein Wohlfühlklima wollte.

Als „Glücksfall“ bezeichnet sie auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ganderkesee. Die habe die Schulen in den Mittelpunkt ihres Interesses gerückt.

Gravierende Änderungen sieht die Rektorin bei den Schülern. Auffällige Schüler habe es auch vor 33 Jahren gegeben. „Aber das war eine andere Qualität.“ Heute lerne sie Kinder kennen, „die keine Grenzen mehr akzeptieren“. Schule sei allerdings nicht mehr auf sich gestellt, sie wirke mit einem Netz anderer Stellen zusammen.

Was sie „ein bisschen bedauert“: „Schulleitung ist heute Management“, der Verwaltungsaufwand sei immens gestiegen. „Die Verwaltungsarbeit frisst die pädagogische Arbeit auf.“

Und ihr Fazit? „Sicher werden ein paar Tränen fließen“, wenn sie am Freitag, 22. Januar, mit einer Feier verabschiedet wird. Ganz gewiss werde sie „die Kinder, den Unterricht“ vermissen – die Verwaltungstätigkeit sicher nicht.

Ihr Nachfolger, so sagte Rita Wieneke, sei von der Landesschulbehörde bereits bestimmt. Er werde seinen Posten am 1. August antreten.