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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Nach einer Krise wieder neu starten

28.06.2014
NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T16:11:30Z

Strategie:
Nach einer Krise wieder neu starten

Damme/Berlin Eine Beförderung wird rückgängig gemacht, ein wichtiges Projekt stirbt, und im schlimmsten Fall flattert sogar die Kündigung ins Haus: Im Beruf zu scheitern, tut weh. Mancher driftet in eine schwere persönliche Krise. Wie kommen sie da heraus?

„Wer so einen beruflichen Misserfolg erlebt, macht gefühlsmäßig häufig die gleichen Phasen durch, wie nach dem Tod einer einem nahestehenden Person“, erklärt Monika Gruhl, Coach in Damme bei Vechta. In einem ersten Schritt leugneten die Betroffenen oft den Misserfolg.

In dieser ersten Phase ist Schonung hilfreicher als Aktion: Betroffene sollte sich an einen ruhigen Ort zurückziehen und ihre Wunden lecken, rät Gruhl, bevor sie weitreichende Entscheidungen fällen, wie es nun weitergeht.

Um die oft enorme körperliche Anspannung abzubauen, sei es wichtig, Sport zu treiben, rät Georg Pieper, Experte für Trauma- und Stressbewältigung. Statt den Kummer in Alkohol zu ertränken, steigen Arbeitnehmer besser auf das Fahrrad, gehen laufen, walken oder schwimmen.

Überwältigt Beschäftigte aber die Situation, kann es helfen, sich in Gedanken von ihr zu entfernen. So können sich Betroffene etwa sagen: „Das ist eine Sache unter ganz vielen, die mir auf meinem langen Lebensweg passiert“.

Freunde und Familie sind in dieser Zeit in erster Linie als Zuhörer gefragt, erklärt Doris Märtin, Ratgeberautorin zum Thema. Gut gemeinte Ratschläge wie „Wer weiß, wozu es gut ist“ sollten sie sich sparen. Stattdessen ist es häufig besser, gemeinsam Alternativen auszuloten – und zu fragen, welche Hilfe richtig ist.

Ist der Gescheiterte sehr wütend, haben Freunde und Familie noch eine andere Aufgabe. „Die Gefahr ist nun, dass Beschäftigte unüberlegte, impulsive Entscheidungen treffen“, warnt Gruhl. Zum Beispiel verzichten sie aus Stolz bei einer Kündigung auf eine Abfindung. Andere treten vielleicht eher nach und streuen Gerüchte über die Gegner in der Firma.

Nach der Schockphase können Gescheiterte sich dann langsam Schritt für Schritt von dem Misserfolg befreien. „Niemand sollte sich den Druck machen, sofort wieder einen ähnlich guten Job zu finden“, sagt Gruhl. Statt prompt die perfekte Lösung finden zu wollen, sei es oft besser, erst einmal das nächste halbe Jahr oder sogar nur die nächste Woche und den nächsten Tag zu planen.

Der Rückschlag wird zwar immer Teil der eigenen Biografie bleiben. Doch im besten Fall können Betroffene dem Scheitern mit ein wenig Abstand etwas Positives abgewinnen. Das kann zum Beispiel sein, dass sie sich nun selbst besser kennen. Und häufig gewinnen sie Gelassenheit, weil sie eine Krise gemeistert haben. Mancher findet auch bessere Arbeit.

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