Ganderkesee - „Kindergarten fällt aus“, steht auf dem Schild im Kindergarten „Hummelburg“ in Grüppenbühren. Im Kindergarten „Kleine Wolke“ an der Lindenstraße im Ort Ganderkesee sowie in der „Flohkiste“ in Schönemoor ist es ebenfalls mucksmäuschenstill. Aufgrund eines Warnstreiks sind die drei Einrichtungen am Mittwoch geschlossen. Die Betreuung ist dennoch gewährleistet. „Das Auffangnetz ist intakt“, resümiert Timo Spille, Vorsitzender des Gemeindeelternrats.
Die Gemeindeverwaltung hatte rechtzeitig einen Notdienst für die vom Streik betroffenen kommunalen Kindertageseinrichtungen organisiert. Letztlich waren nur fünf Einrichtungen betroffen. So sollte beispielsweise die Kita am Habbrügger Weg Mädchen und Jungen aus Grüppenbühren aufnehmen; der Kindergarten in Bergedorf stellte den Notdienst für Kinder, die sonst die Einrichtung an der Lindenstraße besuchen. „Insgesamt 276 von 750 Kindern in kommunalen Kindertagesstätten, also gut 37 Prozent, waren vom Warnstreik betroffen“, sagte Karen Becker, im Rathaus Fachdienstleiterin für die Kindertagesstätten. Tatsächlich nahmen aber nur 24 Kinder – also neun Prozent – am Mittwoch einen Notdienst in Anspruch.
Kinder aus der Lindenstraße (50 Plätze) sowie aus Grüppenbühren (17 Plätze) waren komplett bei Verwandten, Bekannten oder Nachbarn untergebracht. In der Kita Schierbrok verbrachten zwei von 47 Kindern aus Schönemoor den Mittwoch. Und in Hoykenkamp nahmen 15 (von 93 Kindern) den Notdienst in Anspruch; von 30 Krippen-Kindern in Hoykenkamp blieben lediglich fünf. Im Schierbroker Hort wurden zwei (statt 39) Kinder betreut.
„Es gibt eine gut funktionierende Nachbarschaftshilfe“, so Elternvertreter Spille, der zwei Kinder in der Schierbroker Kita hat. Viele Familien seien bereit, für einen Tag weitere Kinder aufzunehmen. Engpässe habe es seines Wissens nicht gegeben. Seit gut zehn Tagen sei der Streiktag bekannt gewesen. „Die Gemeinde hat die bestmögliche Lösung gefunden“, lobte Spille. In Schierbrok konnten laut Kita-Leiterin Corinna Wandel trotz Streiks und Grippewelle auch Sonderdienste von Fachkräften abgedeckt werden.
Wie Becker sagte, habe sich gut ein Viertel der 110 Beschäftigten an den kommunalen Kindergärten in Ganderkesee am Warnstreik beteiligt. Die Gewerkschaft „Verdi“ hatte in fünf Ländern zu Streiks aufgerufen. „Verdi“ fordert für die Erzieher eine Neuregelung der Eingruppierung.
