Harkebrügge - Seit Beginn dieses Schuljahres leitet Anne Tönjes die Junker-Harke-Grundschule in Harkebrügge. Wie berichtet hatte die 32-Jährige das Amt kommissarisch übernommen, nachdem kein Nachfolger für Rektorin Melanie Burchert gefunden werden konnte. Burchert hatte die Grundschule zum 31. Juli verlassen und leitet jetzt die Ludgerischule in Groß Hesepe (Emsland).

Vermutlich wird Tönjes ihr Amt noch eine Weile ausüben müssen, denn noch immer ist kein Nachfolger in Sicht. „Die Stelle ist inzwischen bereits zum vierten Mal ausgeschrieben“, erklärte Christopher Winkler von der zuständigen Landesschulbehörde in Osnabrück auf Nachfrage der NWZ . Allein diese Tatsache zeige, wie schwierig es sei, überhaupt geeignete Bewerber zu finden. Dies sei an kleinen Schulen in ländlichen Gebieten leider oft problematisch.

Die NWZ  frage auch bei Anne Tönjes nach, ob sie sich nicht vorstellen könnte, den Posten der Schulleiterin dauerhaft auszuüben. „Das weiß ich noch nicht so genau“, sagt sie schulterzuckend. Die ersten Wochen nach den Ferien hat sie inzwischen hinter sich gebracht. „Ich finde mich gerade in meine Aufgabe ein. Es ist doch wesentlich mehr Verwaltungsaufwand als ich gedacht habe“, berichtet sie. „Ich muss darüber nachdenken, ob ich das auf Dauer machen will.“ Demnächst wird auch die Gremienarbeit für sie beginnen, beispielsweise die Elternbeiratssitzung oder die Gesamtkonferenz, die sie leiten wird.

Aktuell unterrichtet die Pädagogin nur noch in ihrer eignen Klasse die Hauptfächer und gibt in anderen Klassen Schwimmunterricht. Ansonsten fordert die Leitung der Schule mit aktuell rund 90 Schülern, fünf weiteren Lehrkräften, einer Förderschullehrerin und drei pädagogischen Mitarbeitern ihre volle Aufmerksamkeit.

„Ein bisschen Spaß macht es schon“, sagt die 32-jährige Oldenburgerin, die seit sechs Jahren in Harkebrügge unterrichtet. „Dennoch ist es ein ganz anderes Arbeiten als vorher.“ Viel Unterstützung erhalte sie dabei von ihrer Sekretärin Rita Vocks und auch das gesamte Kollegium sei sehr hilfsbereit.

Dass sich für die Stelle in Harkebrügge offenbar niemand interessiert, kann sie nicht verstehen. „Man hat einen sehr engen Kontakt zu den Eltern und auch das Verhältnis im Kollegium ist sehr familiär. Das ist in einer Schule in der Stadt ganz anders.“