Ahlhorn - Ein Hort voller Narren: Auch im Hort an der Grundschule Ahlhorn stand am Rosenmontag alles im Zeichen des Karnevals. Kinderschminken, bunte Kostüme und Dekoration oder Schokowaffeln-Wettessen – alle waren fröhlich.

Nur Leiterin Kristin Averbeck hat ein paar Sorgenfalten auf der Stirn. Ende 2013 wurde die Bezuschussung für die Mittagsverpflegung durch das bundesweite Bildungs- und Teilhabepaket gestrichen. „Früher mussten die Eltern 21 Euro für die Verpflegung zuzahlen, doch seitdem sind es 42 Euro, die bezahlt werden müssen“, klagt Averbeck. Im Gegensatz zu den Hortkindern erhalten bedürftige Kindergartenkinder und Schüler im Ganztagsbetrieb die Bezuschussung weiterhin. Für Averbeck unverständlich. „Gerade hier in Ahlhorn wird das Hortangebot viel von Alleinerziehenden und Familien mit Migrationshintergrund genutzt. Insbesondere Migranten schicken ihre Kinder gerne in den Hort, um ihnen eine bessere Chance zur Integration zu bieten.“

Das Mittagessen im Hort ist fester Bestandteil des Angebotes. Möglichkeiten der Selbstversorgung seien nicht vorgesehen, so Averbeck. Für die Chancengleichheit in Ahlhorn sei das schlecht. Die Auswirkungen sind deutlich spürbar. 30 Plätze gibt es in dem Hort, neben Kristin Averbeck kümmern sich die pädagogischen Mitarbeiterinnen Daniela Oltmann und Elena Engel um die Kinder. „Früher hatten wir immer eine lange Warteliste“, sagt die Einrichtungsleiterin. „Das ist jetzt nicht mehr so. Wir haben aktuell fünf freie Plätze.“

Ein Lichtblick ist jetzt die Unterstützung der wirtschaftlichen Jugendhilfe. „Seit Anfang des Jahres gibt es für unsere Eltern einen finanziellen Ausgleich von 18 Euro.“ Für die Zukunft wünscht sich Averbeck, dass vielleicht kleinere politische Ebenen etwas unternehmen. „Ich glaube nicht, dass sich in dieser Hinsicht in der großen Politik noch etwas tut.“