Rastede - Welcher Vogel zwitschert denn da? Cassedy hört noch einmal ganz genau hin und erkennt dann die Kohlmeise. Damit liegt die Zwölfjährige goldrichtig. Sie gehört zu den rund 260 Schülern, die am Dienstag im Schlosspark an den Waldjugendspielen der Kooperativen Gesamtschule (KGS) teilnehmen.

Das Erkennen von Vogelstimmen, die der Einfachheit halber von einer CD abgespielt werden, ist nur eine der insgesamt 17 Stationen im Park. Ausgestattet mit einem Laufzettel müssen die Sechstklässler der KGS alle Stationen ansteuern und Fragen und Aufgaben rund um die Natur lösen.

„Im Unterricht haben die Schüler das Thema ,Ökosystem Wald‘ vorbereitet“, sagt Biologielehrerin Isabel Lisbach. Sie organisierte die Waldjugendspiele gemeinsam mit ihrer Kollegin Marianne Zachert. Nach der Theorie im Unterricht sollen die Schüler die Natur nun vor Ort untersuchen und dabei den Wald mit allen Sinnen erleben.

Mit von der Partie ist die Wildtierauffangstation. Leiter Klaus Meyer hat einen Uhu und einen Wanderfalken mitgebracht, die von den Schülern neugierig beäugt werden. Außerdem müssen Fragen beantwortet werden.

„Der Wanderfalke ist der schnellste Falke und erreicht zeitweise eine Sturzgeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern“, sagt Meyer. Anfang der 1970er Jahre waren Falke und Uhu in Deutschland beinahe komplett ausgestorben. Schuld sei das heute verbotene Pflanzenschutzmittel DDT gewesen, das die Tiere über die Nahrung aufnahmen und das viele Greifvögel das Leben kostete, schildert Meyer.

Viel zu entdecken gibt es für die Schüler auch am Stand des Hegerings Rastede-Süd. Dort steht das Thema „Jäger und Jagen“ im Mittelpunkt. Die Mitglieder des Hegerings haben dafür verschiedene Ausstellungsstücke mitgebracht.

Die Imker-AG der Schule hat ebenfalls eine Station aufgebaut. In einem Schaukasten krabbeln ungefähr 2000 Bienen herum. Die vielen verdeckten Brutzellen deuten an, dass es bald noch mehr sein werden. „Die Bienen schlüpfen in Kürze“, erklärt AG-Leiterin Nicola Reershemius.

Ein weiterer Aspekt der Waldjugendspiele ist schließlich die Orientierung. „Die Schüler sollen lernen, sich im Wald zurechtzufinden“, sagt Isabel Lisbach. Der eine oder andere sei dabei schon mal vom Weg abgekommen. „Aber es ist noch niemand verloren gegangen“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede