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Als Inselstaat im Pazifik verfügt Japan über eine lange Seefahrtstradition. Deshalb gibt es viele rein maritim ausgerichtet Universitäten, sagt Professor Korte.
Von Hans-Carl Bokelmann
Frage:
Herr Professor Dr. Korte, Sie arbeiten seit 2004 mit der Kinki-Daigaku Universität Osaka zusammen. Warum ist der Besuch von Prof. Yamane für den Elsflether Fachbereich und insbesondere für die Nautik-Studenten so interessant?
Korte:
Japan als Inselstaat im Pazifik hat lange Seefahrtstraditionen. Forschung und Wirtschaft sind weitaus mehr als in Deutschland auf maritime Schwerpunkte fixiert. Es gibt daher in Japan viele rein maritim orientierte Universitäten mit eigenen Forschungs- und Ausbildungsschiffen. Die entstandene Infrastuktur für die eigene Ausbildung und Forschung zu nutzen, könnte ein erklärtes Kooperationsziel werden.
Frage:
Professor Dr. Takeshi Yamane hat allerbeste Kontakte zu japanischen Forschungsschiffen, die Erkenntnisse für die Offshore-Technik liefern. Welche Rolle spielt das Thema Offshore-Technik zukünftig am Fachbereich und wie ist diese Entwicklung abzuschätzen?
Korte:
Neben der Gewinnung von Rohstoffen und Energieträgern verfolgt Japan mit seiner Wirtschaft das sehr viel grundlegendere Problem der Ernährung zu lösen. Aktivitäten in der Aquakultur und Fischzucht erfordern umfangreiche Arbeiten auf See im Umgang mit den Produktionsanlagen und deren Wartung. Gepaart mit den Erfahrungen, die im Einsatz der traditionellen Offshore-Technik gewonnen wurden, ist der maritime Erfahrungsschatz Japans sehr viel größer als der deutsche. Im Gegenzug können die Japaner an den Entwicklungen in der Umwelt- und Messtechnik aus Deutschland partizipieren. Gerade im Seeverkehr liegt diesbezüglich ein überaus hohes Verbesserungspotenzial, wenn man beispielsweise an den Schadstoffausstoß denkt. Gemeinsame Forschungsunternehmungen könnten daher in der Entwicklung schadstoffarmer Antriebs- und Steuerkonzepte für die Meerestechnik liegen.
Frage:
Ist für die Zukunft ein Studentenaustausch Osaka-Elsfleth und umgekehrt geplant?
Korte
: Der Fachbereich Seefahrt Elsfleth unterhält bereits engere Kontakte zu Partner-Hochschulen im Ausland. Auslandssemester sind in der Ausbildung der Wirtschaftsstudierenden vorgesehen. Osaka würde hier sicher eine Bereicherung im Angebot darstellen, wobei die Studieninhalte zunächst jedoch abgestimmt werden müssen. Sehr viel einfacher gestaltet sich da möglicherweise ein zunächst rein wissenschaftlicher Austausch im Rahmen von möglichen Forschungskooperationen. Das gegenseitige Interesse dazu ist vorhanden, die Bedingungen müssen nun jedoch ausgelotet werden.