NEERSTEDT - „Ich weiß, wie man Fingerabdrücke nimmt“, schallt es aus der Kindergruppe. Es scheint, als ob die Fünf- und Sechsjährigen schon öfter bei der Polizei waren. Dennoch schauten sie gebannt zu, als Marion Wittrock und Siegfried Stolle von der Polizei in Neerstedt zeigten, wie man Fingerabdrücke sichtbar macht, wie Handschellen angelegt werden oder wie ein Funkgerät funktioniert.
Innerhalb des „Schuli-Projektes“ an der Kindertagesstätte „Dötlinger Strolche“ besuchten die 19 Sprösslinge, die nach den Ferien in die Schule kommen, die Polizeistelle in Neerstedt. – Und waren schockiert, als Polzeikommissar Stolle Erzieherin Katrin Alves Handschellen anlegte und sie am Streifenwagen befestigte. Doch nachdem er sie wieder freiließ, waren alle Kinder ganz wild darauf, einmal selbst Handschellen zu tragen. Zudem duften sie im Polizeiauto Platz nehmen und die Knöpfe am Armaturenbrett austesten. Besonders beliebt war der, mit dem das Blaulicht angeschaltet wird. Und nachdem Stolle die Warnung „Ohren zuhalten!“ gab, duften sie auch das Martinshorn ausprobieren.
Was noch alles zur Ausstattung im Streifenwagen gehört, zeigte Polizeikommissarin Marion Wittrock. Ob Warnhütchen, Verbandskasten oder Eisenbrechstange, die Kinder wussten, wofür die Hilfsmittel gebraucht werden. Verwunderlich fanden sie, dass ein Plüschteddy im Kofferraum war. Dass der auf dem Beifahrersitz mitfährt, glaubten sie Stolle nicht. „Der ist zum Trösten von Kindern, denen es nicht so gut geht“, fanden sie schnell heraus.
Das Schuli-Projekt wird jährlich in der Kita durchgeführt. Dazu gehören auch Besuche bei der Feuerwehr oder beim Bäcker. „Die Kinder sollen möglichst viele Einrichtungen in der Gemeinde kennen lernen und die Gemeinschaft soll gestärkt werden“, so Erzieherin Dagmar Spille.
