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JUBILÄUM Viel mehr als das „Pflichtprogramm“

ELENA GRAWE

NEERSTEDT - „Wollt ihr wissen, wann man Feste feiern kann?“, fragten die Kinder der Sprachheilschule Neerstedt in ihrem Lied. Und natürlich präsentierten sie dem Publikum gleich die Antwort: bei fast jeder Gelegenheit. Und bei einem Geburtstag sowieso. Das galt selbstverständlich auch für die Schule selbst. Die hatte am Montag nämlich zu ihrer Jubiläumsfeier in die Aula eingeladen. Anlass war ihr 25-jähriges Bestehen.

Jede der fünf Klassen hatte extra eine Nummer für diesen Tag einstudiert. Die einen spielten Hänsel und Gretel, die anderen erzählten die Geschichte von Primel, dem Hasen. Es wurde gesungen und ein Schattenspiel gab es auch. Für die Kinder war nach ihrem Auftritt die Feier zu Ende – schließlich fuhren die Schulbusse. Die Erwachsenen blieben noch zum offiziellen Teil der Feierstunde.

Schulleiter Jürgen Möhle erinnerte in seiner Rede an die Anfänge der Sprachheilschule in 1984. Ziel war eine intensive Förderung von Kindern mit verzögerter Sprachentwicklung bei anschließender Rückführung in die Grundschule. „Es sollte keine längeren Heimaufenthalte mehr geben“, so Möhle.

Der Gründer und ehemalige Leiter der Sprachheilschule, Wulf Baumann, erzählte, wie er 1984 vom Schulaufsichtsamt damit beauftragt worden war, das Modell einer Sprachheilschule zu entwickeln.

„Diese Schule setzt Schwerpunkte, die weit über das hinaus gehen, was eine Schule als Pflichtprogramm machen muss“, lobte Regierungsschuldirektor Klaus Kapell. Eine „erfolgreiche Arbeit“ bescheinigte er der Kooperation von Sprachheil- und Grundschule, die in vielen Bereichen eng zusammenarbeiten.Auch Bürgermeister Heino Pauka hob die gute Kooperation zwischen den Schulen hervor. „Es tut einfach gut, wenn man als Gemeinde erfährt, dass da zwei Schulleiter nicht ihr Ding machen, sondern gut zusammenarbeiten.“

Ufke Jansen, Leiter der Grundschule, durfte somit in der Liste der Redner nicht fehlen. Gerade heute, angesichts von Pisa und Leistungsdruck, „braucht man die Sprachheilschule, wo Kinder ein bisschen Zeit haben, zurecht zu kommen“, erklärte er. Er lieferte auch ein Beispiel für einen erfolgreichen Werdegang: Bei einem Spiel des TV Brettorf habe er am Wochenende die Werbung eines ehemaligen Schülers der Sprachheilschule gesehen. Der junge Mann sei mittlerweile professioneller Stadionsprecher.

Weitere Grußworte hielten Maik Ehlers, stellvertretender Leiter vom Schulamt des Landkreises Oldenburg, und Heike Röhl (Schulleiterin Holbeinschule Wildeshausen) vom Schulverbund.

Mehr Bilder unter www.nwzonline.de/fotos-landkreis

Modellprojekt zur Sprachförderung in Neerstedt

Wulf Baumann

gündete 1984 die gemeindeübergreifende Sprachheilschule

Neerstedt. In Zusammenarbeit mit dem Schulaufsichtsamt und dem Dezernenten Uwe Klappenbach hatte der erste Schulleiter der Sprachheilschule zuvor das Modell entwickelt, nach dem der Großteil der Schüler nach drei Jahren auf die Grundschule wechselt (Quote: 60 bis 80 Prozent). Regierungsschuldirektor Klaus Kapell würdigte Baumann und Klappenbach als die „zwei Väter“ der Sprachheilschule.

Der Stoff fürs erste Jahr

der Grundschule wird in der Sprachheilschule auf zwei Schuljahre aufgeteilt. Das dritte Jahr entspricht somit dem zweiten Jahrgang auf der Grundschule. Werden die Schüler der Sprachheilschule nach dem Abschluss auf die Grundschule zurückgeführt, steigen sie dort also wieder in der dritten Klasse ein. Die Schulzeit wird somit um ein Jahr verlängert. Zurzeit besuchen 66 Kinder die Schule.
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