NEERSTEDT - Ungewöhnlicher Besuch am Dienstag in der Grundschule Neerstedt: Die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Ina-Maja Lemke-Hadick und Mitarbeiterin Tanja Schwarz schauten sich die Präventionsarbeit für die vierten Klassen an. Speziell ging es um das Wen-Do-Angebot für Mädchen. Der Grund: Der Kursus wird seit Jahren unter anderem aus der Kasse der Gleichstellungsbeauftragten gefördert. Parallel läuft für die Jungen der vierten Klassen Ki-Aikido, gefördert vom Kreis-Jugendamt.

Seit 1998 gibt es diese Präventionsarbeit an der Grundschule Neerstedt. Sie dient der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Kinder, Eltern und Kollegium seien von dem Angebot sehr angetan, berichtet Schulleiter Ufke Janssen. Derzeit laufen jeweils Kompaktkurse von zwei Tagen mit jeweils fünf Stunden. Dabei wird strikt nach Geschlecht getrennt.

Wen-Do für die Mädchen bietet die Neerstedterin Gudrun Löhlein an, Ki-Aikido für die Jungen der Bremer Andreas Scholl-Staus. In der Sporthalle und der Turnhalle Neerstedt geht es um Persönlichkeitsstärkung. Hauptziel ist es, die Kinder im Umgang mit Gewalt zu stärken. Sie sollen eigene Bedürfnisse wahrnehmen, lernen, ihren Willen zu äußern und erkennen, dass es ein Recht auf Neinsagen gibt.

Janssen und Lemke-Hadick hielten es gleichermaßen für wünschenswert, dass ein einheitliches Konzept an den Schulen zu dem Thema angeboten werden könnte. Derzeit gebe es viele unterschiedliche Namen und Angebote, so Janssen. Wünschenswert wäre auch, kontinuierlicher über einen längeren Zeitraum diese Präventionsarbeit leisten zu können, meinte er.

Etwas mehr als 1000 Euro wendet die Schule für die Kompaktkurse in der 4a und 4b auf. Neben den Mitteln aus dem Kreishaus kommen Gelder von Gemeinde, Förderverein sowie ein Beitrag der Eltern pro Kind.