NEERSTEDT - Für einige der Kinder war schon die Anreise zur Bremer Kunsthalle ein erster Höhepunkt: Sie waren auf der Strecke Brettorf-Bremen erstmals mit der Nordwestbahn unterwegs, und in der Stadt dann auch noch mit der Straßenbahn. Mit der Führung durch die Ausstellung „Paula in Paris“ endete eine ungewöhnliche Arbeitsgemeinschaft mit der Künstlerin Anne Hollmann an der Grundschule Neerstedt. Ein halbes Jahr lang drehte sich alles um die berühmte Malerin Paula Modersohn-Becker.

Hollmann beteiligte sich an der Aktion „Hobby macht Schule“, bei der Erwachsene als Leiter von Arbeitsgemeinschaften gesucht werden. Der Ostrittrumerin fiel die Ausstellung „Paula in Paris“ ein. Daraus wurde ein halbes Jahr lang die zehnköpfige AG-Gruppe mit neun Mädchen und einem Jungen.

„Das war wirklich super“, freute sich Hollmann am Freitagnachmittag über die überaus gelungene Führung: „Die Kinder waren hoch konzentriert.“ Die moderne Technik mit Kopfhörern auf den Ohren tat ihr Übriges, um den Ausflug zum großen Erlebnis zu machen. „Toll“, fand es Sabrina Wohlers. Am besten gefielen ihr die Kinderbilder von „Paula“. Und natürlich erwähnte sie auch das „Ding auf dem Kopf“, durch das man die Ausstellungsführerin sehr gut verstanden habe.

Seit dem Herbst hatte Hollmann immer am Freitag mit den Dritt- und Viertklässlern eine Stunde gestaltet. Nach einem kurzen Theorieteil über die Welt vor 100 Jahren sei es rasch ans eigene Arbeiten gegangen, berichtete die Ostrittrumerin. „Blühender Baum um 1900. Öl auf Karton“ war die Vorlage. Sehr sorgfältig machten die Kinder daraus ihr eigenes Werk. Zunächst wurde der Hintergrund getupft, dann mit Kohle gezeichnet, schließlich die Blüten wieder getupft. Von den Schülern kam der Wunsch, auch einen Bilderrahmen zu machen. Das gehörte zwar nicht zum Konzept, aber Hollmann integrierte die Idee. Aus Pappmaché schufen sie in vielen Stunden farbenfrohe Umrahmungen ihrer Werke.

Zuletzt drehten sich die Stunden um Stillleben. Das war schon die konkrete Einführung auf den aufregenden Ausflug nach Bremen. „Das war aber kurz“, meinte Nathalie Gieselmann nach der Führung. So kurzweilig kann Kunst für Kinder sein.