Neerstedt - Mit der Ballschule der TSG Hatten-Sandkrug soll Inklusion in der Sprachheilschule in Neerstedt ganz spielerisch ablaufen. Und das funktioniert gut. Wenn Jantje Schwark von der TSG etwas erklärt, hören die Zweitklässler zu – ohne groß herumzuhampeln oder dazwischenzureden. Dafür gibt es dann aber kein Halten mehr, sobald die Spiele beginnen. Am Anfang arbeiten immer zwei Kinder zusammen. Sie sind die Touristen auf Safari, sitzen in einem Bus und halten einen Ring zwischen sich. Der Ring ist das Fenster, durch das sie die Affen bestaunen. Aber die Affen sind frech, sie werfen Bananen – Bälle – durchs Fenster. Keine Frage – fast alle Kinder wollen Affen sein.
„Mit der Ballschule sollen die Kinder wieder an die frühere Spielkultur herangeführt werden. Sie sollen Fangen und Werfen üben und Freude daran entwickeln“, erklärt Ute Baumhöfer-Wieting, die gemeinsam mit Jantje Schwark die Ballschule in Neerstedt leitet. Ein Schulhalbjahr lang kommen sie immer dienstags in den Sportunterricht der beiden zweiten Klassen und gestalten diesen.
Nach den 18 Einheiten sollen sich die Übungen wie ein Puzzle ineinander fügen und den Kindern so den Sportunterricht erleichtern. „Bislang haben wir vier Kooperationspartner: die Sprachheilschule in Neerstedt, das Landesbildungszentrum für Hören, die Förderschule Borchersweg und die Schule an der Kleiststraße, alle drei in der Stadt Oldenburg. Wir hoffen darauf, dass noch weitere hinzukommen“, sagt Baumhöfer-Wieting.
Die Ballschule ist eine Kooperation der TSG mit der Aktion Mensch. Und für die Lehrerinnen Andrea Albrecht und Silke Bramlage, die ihre beiden zweiten Klassen sonst im Sportunterricht betreuen, ist sie eine Bereicherung. „So sehen auch wir mal andere Übungsformen und auf Dauer wird es den Kinder sicher viel bringen – wer weiß, vielleicht fangen sie ja mal an, im Verein Handball zu spielen", sagt Albrecht.
Spaß haben die Kinder alle – nicht nur die Affen, auch die Touristen. „Das war lustig“, ruft Ann-Sophie begeistert am Ende der Sportstunde. Alle nicken – aber Jared sagt auch: „Und anstrengend.“ Kurze Zeit später hat er wieder genug Kraft, um in Richtung Pausenhof zu stürmen.
