NEERSTEDT/WILDESHAUSEN - Zwei Grundschulen, ein Thema: die sichere Beherrschung des Fahrrades. An beiden Schulen herrschte gestern viel Betrieb.

Von Ulrich Suttka

NEERSTEDT/WILDESHAUSEN - Wie sich die Bilder gleichen: Konzentrierte Schülerinnen und Schüler auf ihren Fahrrädern, Eltern und Lehrer mit Schreibunterlagen in der Hand, ein Parcours mit Übungen auf dem Schulhof: An der Grundschule Neerstedt und der Holbeinschule Wildeshausen drehte sich gestern fast alles um die Verkehrserziehung. In Neerstedt heißt die Aktion „Radfahrprüfung“ und betrifft die dritten und vierten Klassen, in Wildeshausen sind es gar die gesamten vier Jahrgänge, die am „Verkehrsaktionstag“ teilnehmen.

Schauplatz Neerstedt: Am Fahrradständer haben sich die Polizisten Siegfried Stolle und Marion Wittrock postiert und nehmen jedes Rad auf seine Verkehrssicherheit unter die Lupe. Licht, Bremse, Reflektoren, Klingel: Geübt untersucht Stolle diese wichtigen Teile, Wittrock notiert alles. „Besser als im letzten Jahr“, lautet später das Ergebnis der geprüften 93 Räder, so Wittrock.

Besser heißt allerdings nicht „gut“: Bei 20 Rädern gibt es Beanstandungen. Sie kommen längst nicht immer überraschend. „Mein Vater hatte keine Zeit, es zu reparieren“, sagen zwei Kinder, ein anderes verrät: „Mein Vater kriegt das nicht hin.“ In zwei Fällen sind die Räder in einem derart miserablen Zustand, von Bremse bis Licht fehlt alles, dass die Beamten diese Gefährte sicherstellen. Das Kopfschütteln über Eltern, die ihren Nachwuchs mit solchen unsicheren Zweirädern losschicken, ist nicht zu übersehen.

Auf dem Pausenhof hat die MSG Hunte-Delme wieder den ADAC-Parcours aufgebaut. Gerade über Bretter lenken, Fahren mit einer Hand, eine Schräge und eine große „Acht“ aus Klötzen bewältigen sowie Abbiegen und Slalom – das sind die Aufgaben. Die meisten Kinder können es ganz gut, so Pierre Henning von der MSG, die Viertklässler seien noch sicherer als Drittklässler. Die besten Starter qualifizieren sich gleich fürs Regionalturnier des ADAC, erzählt Henning.

Schauplatzwechsel: Peter Wildbredt (Verkehrswacht) und die Lehrkräfte an der Holbeinschule haben jedes Rad genau geprüft. „Alle sicher“, freut sich Schulleiterin Heike Röhl über den guten Zustand des „Fahrzeugparks“ an der Wildeshauser Grundschule. Hier sind alle Altersstufen eingebunden, selbst die Erst- und Zweitklässler können ihre Geschicklichkeit bei einem Roller- und Bewegungsparcours in der Turnhalle zeigen. Die Drittklässler demonstrieren auf einem Parcours, der jenem des ADAC in Neerstedt stark ähnelt, was sie alles auf zwei Rädern können. Das Training der vergangenen Wochen ist spürbar, der Lernbereich Mobilität funktioniert auch in der Praxis.

Die Viertklässler kurven mit ihren Zweirädern im Schulviertel unter realen Bedingungen umher. Ein großes Hinweisschild an der Pestruper Straße sowie eine Tempo-Anzeige machen auf den Tag aufmerksam. Zudem haben die Schüler allesamt T-Shirts an mit dem selbstgemalten Aufdruck: „Achtung – Holbeinschule“. Fast 40 Mütter und Väter helfen der Schule beim Aktionstag, den Verkehrsobfrau Angelika Wildbredt maßgeblich organisiert hat. Im Lehrerzimmer gibt es für alle Helfer Kaffee und Kuchen. Mit von der Partie sind auch das DRK, das den Kindern Erste-Hilfe-Maßnahmen zeigt, Brillen Riedel mit einem Sehtest und die Feuerwehr. „Wieder eine rundum gelungene Veranstaltung“, so das Fazit der Holbeinschule.