Harpstedt - Colnrade und Dünsen haben bereits abgewunken, andere Gemeinden wie Dötlingen machen mit. Ein vielerorts durchaus strittiges Thema stand am Dienstag auch auf der Tagesordnung des Harpstedter Samtgemeinderates: das Angebot der EWE AG an Kommunen in ihrem Versorgungsgebiet, sich (mit Beträgen nach Einwohnerzahl) an der EWE Netz GmbH zu beteiligen. Auch im Samtgemeinderat gab es eine rege Diskussion, wenngleich es hier zunächst um eine Regelung fürs besondere Konstrukt der Samtgemeinde ging: Die Samtgemeinde ist, wie Cordes erläuterte, Zeichner; sie reicht etwaige aus einer Beteiligung fließende Mittel dann an die Gemeinden weiter. In der ersten Beteiligungsrunde 2013 könnte ein Beteiligungsbetrag von maximal 884 782 Euro nachgefragt werden, verteilt auf die acht Mitgliedsgemeinden. Verzichtet eine Gemeinde, könnten andere Anteile übernehmen. Wie schon der Samtgemeindeausschuss, ermächtigte der Samtgemeinderat den Samtgemeindebürgermeister letztlich, entsprechende (Beteiligungs-)Erklärungen abzugeben. Dieser Beschluss ging durch mit zwölf Ja-Stimmen bei neunmal Nein und vier Enthaltungen.

Die Frage der EWE-Netzbeteiligung hat Folgen auch für die Haushaltsplanung der Samtgemeinde: Der Rat verabschiedete die erste Nachtragshaushalts-Satzung 2013, in der die rund 885 000 Euro für die eventuelle Zeichnung von Anteilen als Aus- und Einzahlungen in gleicher Höhe im Finanzhaushalt eingerechnet sind.

Eine weitere Änderung gibt es im Investitionsprogramm: Hier sind nun fürs Jahr 2014 87 000 Euro eingestellt für die Fortsetzung der Planschbecken-Sanierung im Rosenfreibad; weitere Mittel für die 142 000 Euro teure Maßnahme sind bereits im laufenden Haushaltsjahr eingeplant.

Weiterhin stimmte der Rat mit breiter Mehrheit (bei lediglich einer Gegenstimme) der Vereinbarung mit der Stadt Wildeshausen zu, die die Aufnahme von Harpstedter Schülern an der Haupt- und der Realschule in Wildeshausen bei Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Harpstedt regelt. Der Beschluss fiel ungeachtet des jüngsten Ergebnisses der IGS-Elternbefragung mit nicht ausreichenden Zahlen für eine Vierzügigkeit: „Wir können ja nicht noch vorher selbst einknicken“, so Cordes mit Blick auch auf die in der nächsten Woche anstehende Beratung beim Landkreis.