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Jev-Nummernschild Neue Chance für Kennzeichen

Tim Gelewski

Jever/Friesland - Gelingt die Wiedereinführung des JEV-Kennzeichens im zweiten Anlauf? Ursprünglich war dies vom Kreistag Friesland abgelehnt worden – durch eine mögliche Fusion Frieslands mit Wilhelmshaven könnte die Diskussion wieder von vorne beginnen. Zudem gibt es Beispiele, wie eine Wiedereinführung auch im zweiten Anlauf gelingen könnte – etwa aus der Stadt Syke im Landkreis Diepholz.

Begründung gesucht

Der Jeveraner Peter Lamprecht, Befürworter der Wiedereinführung von JEV, steht in Kontakt mit Professor Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn. Der Forscher hatte 2010 in Jever eine positiv verlaufene Umfrage zur Wiedereinführung durchführen lassen (die NWZ  berichtete).

Laut Bochert benötigen die Kreistage „ein Alibi, um ihr ,Kippen‘ zu rechtfertigen“. Es bedürfe klarer Begründungen, um die eigene Position zu verändern. Dies könne eintreten, wenn sich etwa Kostenschätzungen als falsch erwiesen.

Der Landkreis Friesland hatte seine Ablehnung unter anderem mit den hohen Kosten begründet. Die Stadt Norden hingegen, die das NOR wieder eingeführt hat, verneinte Mehrkosten auf NWZ -Nachfrage. Denn: Diese würden allein durch den Fahrzeughalter getragen, der das neue Kennzeichen beantragt. Möglicherweise, so glaubt Lamprecht, könne eine mögliche Fusion mit Wilhelmshaven dem Landkreis ein weiteres Argument liefern, seine Ablehnung zu überdenken.

Denn wenn Wilhelmshaven dem Landkreis Friesland angeschlossen wird, ist kaum zu erwarten, dass auch Wilhelmshavener Fahrzeuge künftig mit FRI umherfahren. Das FRI als Klammer um den Landkreis wäre dann kein Argument mehr.

Lamprecht hatte Ende vergangenen Jahres beim Online-Beteiligungsportal des Landkreises eine Initiative für die Wiedereinführung gestartet. Wegen des Gleichstands der Stimmen wird diese zwar nicht zur Abstimmung im Kreistag kommen – wegen der Rekordbeteiligung soll sie dort aber Thema sein, sagte Kreis-Sprecher Sönke Klug auf Nachfrage.

Ralf Bochert verweist weiterhin auf eine Initiative der Stadt Syke. Auf deren Homepage können sich Interessierte ein SY-Wunschkennzeichen reservieren lassen – mit den Meldungen will die Stadt dann den Landkreis unter Druck setzen. Es zeige sich zudem, dass die Wiedereinführung in verschiedenen Städten und die positive Resonanz seitens der Bürger auch benachbarte Kommunen unter Druck setze, ihre Ablehnung zu überdenken.

Sandkasten-Debatte?

Den Jeveraner Bernd-Rüdiger Bohn, der in der NWZ  unter anderem die fehlende Werbewirksamkeit des FRI-Kennzeichens kritisiert hatte, erinnert die öffentliche Diskussion im Landkreis bisweilen an eine Art Sandkasten-Debatte unter Kindern: „Was ich nicht habe, sollst du auch nicht haben. Es scheint da viel Neid und Missgunst zu geben.“ Unnötig, findet der 64-Jährige, zumal JEV ja nur eine Ergänzung, kein Ersatz zum FRI sein soll.

Dass eine mögliche Fusion des Landkreises Friesland mit der Stadt Wilhelmshaven der Diskussion wieder Schwung verleihen könnte, glaubt auch Bohn. Peter Lamprecht will in Sachen JEV nicht locker lassen. In einem Schreiben will er Landrat Sven Ambrosy und Jevers Bürgermeisterin Angela Dankwardt zum Umdenken bewegen: „Die Bürger sollten wählen dürfen.“

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