Edewecht - Anna-Katharina sitzt mit ihrem jüngeren Bruder Bastian an einem Tisch und baut das Spiel „Zicke Zacke Hühnerkacke“ auf. Mit Hilfe eines Erwachsenen werden die Spielkarten entsprechend den Vorgaben aufgelegt. Das Spiel ist eine Mischung aus Memory und Figurenspiel. Die 12-Jährige ist aufgrund ihrer Konzentration und ihres Erinnerungsvermögens dermaßen schnell, dass bereits nach einigen Minuten das Spiel vorbei ist.

Die Schülerin war am Samstag zum ersten Mal beim Spielenachmittag im Bücherkeller im Edewechter „Haus der offenen Tür“. Seit vielen Jahren findet einmal im Jahr diese Aktion statt. „In der kalten Jahreszeit wollen wir an einem Nachmittag mit gemeinsamem Spielen für etwas Abwechslung sorgen“, sagt Christine Wilke, eine der Leitungen dieser Einrichtung.

Das spielen Kinder besonders gern

Das verrückte Labyrinth (in der Version „Junior-Labyrinth“, ab 5 Jahren: Mit Karten müssen durch das geschickte Verschieben weiterer Karten Gänge geöffnet werden, um zu verschiedenen Symbolen zu kommen. Ziel ist, seine Karten mit den entsprechenden Symbolen als erster abzubauen.

Ubonga (ab fünf Jahren): Es werden Karten mit karierten Flächen ausgelegt. In diese karierten Flächen müssen geometrische Formen eingefügt werden. Gewonnen hat, wer seine Formen als erster ablegen kann.

Zicke, Zacke, Hühnerkacke (ab vier Jahren): Eiförmige Karten mit Symbolen werden aufgedeckt in Form eines Kreises ausgelegt. Im Innenkreis werden Karten mit denselben Symbolen verdeckt verteilt. Jeder darf seine Figur weiterschieben, wenn er eine verdeckte Karte umgedreht hat und diese das Symbol der nächsten eiförmigen Karte hat. Gewonnen hat, wer seinem Huhn zuerst drei Federn anstecken kann.

Quips (ab drei Jahren): Bei diesem Lernspiel für Kindergarten- und Vorschulkinder werden Farben dem entsprechenden farblichen Feld zugeordnet.

Spinnengift und Krötenschleim (ab sechs Jahren): Auf einem Spielplan werden verschiedene Karten mit Symbolen verdeckt aufgelegt. Erreicht ein Spieler mit seiner Spielfigur ein Spielfeld mit einer Karte, kann er diese umdrehen und wenn sie mit einer seiner Spielkarten übereinstimmt, einsammeln.

Früher fand der Spielenachmittag an einem Mittwoch statt, seit gut drei Jahren am Samstag. „Diese Aktion kommt gut an. Hier verbringen Mütter und Väter zusammen mit ihren Kindern die Zeit. Ein positiver Effekt ist auch, dass viele so den Bücherkeller kennenlernen. Und manche Eltern nutzen den Nachmittag, um sich für mögliche Geschenke inspirieren zu lassen. Einige leihen sich Spiele an diesem Nachmittag auch gleich aus“, so Chrstine Wilke. Mit der Resonanz ist sie an diesem Nachmittag sehr zufrieden.

Nach einer ersten schnellen Spielrunde sucht sich Bastian das Spiel „Wer ist es?“ aus. „Zu Hause spiele ich häufig mit meinem Bruder. Es macht einfach Spaß“, sagt seine Schwester Anna-Katharina. Wenn ihre Eltern Zeit hätten, machten sie gern mit. Dass sie zum Spielenachmittag kam, hat sie ihrem Bruder zu verdanken. „Er hat davon in der Grundschule gehört“, erzählt sie: Es gefällt mir hier sehr gut.“

Wie Anna-Katharina, die besonders gern Räuber-Rommé spielt, hat Marina Wirringa an diesem Nachmittag viel Spaß im Bücherkeller. „Ich bin heute auch zum ersten Mal hier und habe meine Tochter und ihre Freundin mitgebracht.“ Besonders gern spielt sie „Uno“, „Hexenkessel“ oder auch das „Verrückte Labyrinth“. Mit dem letztgenannten Spiel beginnt sie den Spielenachmittag mit den beiden Mädchen, andere Spiele kommen später hinzu.

„Ich finde es schön, dass es den Spielnachmittag gibt. Ich kann verschiedene Spiele ausprobieren, ohne sie gleich kaufen zu müssen. Es wäre schön, wenn es diesen Spielenachmittag öfter gäbe.“