Atens - Die Regierungsschuldirektorin kam persönlich und sparte nicht mit Vorschusslorbeeren für die neue Rektorin der Förderschule: „Ich kann keine Schulleiter schnitzen“, sagte Gisela Bier-Wißmann von der Landesschulbehörde bei der Amtseinführung von Karen-Silke Seemann, „aber wenn ich es könnte, dann mit ihren Qualifikationen“.

Seit Beginn des neuen Schuljahres vor sechs Wochen arbeitet die 47-jährige Pädagogin schon in ihrer neuen Arbeitsstelle, der Schule Am Siel in Atens. Seit Dienstag hat sie offiziell die Leitung der Einrichtung mit 165 Schülern und einem 53-köpfigen Kollegium inne. Sie ist die Nachfolgerin von Jan Bahlmann, der seit 2004 die Schule leitete und vor einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt wurde. In der Zwischenzeit übernahmen Cornelia Thiel und Silvia Muhs die kommissarische Schulleitung.

Bei der Amtseinführung waren Vertreter der Stadt Nordenham, des Landkreises, des Fördervereins und des Lehrerkollegiums anwesend. Regierungsschuldirektorin Gisela Bier-Wißmann lobte vor allem die fachliche Qualifikation der neuen Rektorin, die gebürtig aus Kiel stammt und zuletzt die Leitung einer Förderschule in Bad Bederkesa innehatte. „Sie bestand ihren Abschluss 1995 mit Auszeichnung“, sagte die Vertreterin der Landesschulbehörde. Ihre Aufgabe sei es, die im Schulgesetz verankerte Eigenverantwortlichkeit der Schulen mit einem eigenen Schulprogramm umzusetzen. Dazu gehöre ein Leitbild mit pädagogischen Ziele. „Hier besteht Handlungsbedarf“, so die Schuldezernentin. Vor allem das Thema Inklusion (siehe Kasten) stelle große Anforderungen an das Kollegium. Die Schule bleibe in Zukunft zwar Förderzentrum, jedoch werde die Lehrer allgemeinbildende Schulen bei der Arbeit unterstützten. Karl-Heinz Röben, Leiter des Fachbereiches 2 beim Landkreis, sagte: „Scheuen Sie sich nicht, Probleme offen anzusprechen.“