Saterland - Für Unmut bei Schulen und Sportvereinen im Saterland sorgt derzeit eine Mitteilung des Landessportbundes (LSB). Denn dieser hat seine Richtlinien in Bezug auf die Bereitstellung von Fördermitteln für die Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen in Niedersachsen geändert. Ab dem nächsten Schuljahr müssten Ganztagsschulen dieses über das eigene Budget regeln, teilte auf Nachfrage der NWZ Karsten Täger, Teamleiter Sportjugend Niedersachsen im Landessportbund Niedersachsen, mit. In den Richtlinien, die auch der NWZ vorliegen, heißt es genau: „Kooperationsmaßnahmen mit Ganztagsschulen sind von der Förderung ausgeschlossen, unabhängig von Art, Umfang und Umsetzung des Ganztagsschulangebots an der jeweiligen Schule“.
Anträge abgelehnt
Da ab dem nächsten Schuljahr auch die Grundschule Ramsloh Ganztagsschule ist, wären alle vier Grundschulen sowie das Schulzentrum von der Neuregelung betroffen.
Überrascht zeigte sich von der Mitteilung der Landesschulbehörde Manfred Broek, Schulleiter des Schulzentrums Saterland. Bei Routinevorgängen sei er „über das Schreiben gestolpert“. Thematisiert wurde es bereits am Dienstag in der Schule nach der erneuten Auszeichnung zur „Sportfreundlichen Schule“ (die NWZ berichtete). Nach Angaben von Broek treffe es die Vereine stärker als das Schulzentrum. „Gelder, die sie vorher bekommen haben, fallen nun weg“, sagte er.
Die Kooperation zwischen Schule und Vereinen sei eine sinnvolle Ergänzung. Sie ermögliche, dass Schüler, die nicht Mitglied in einem Verein sind, dort kostenlos am Sport nach der Schule teilnehmen könnten. Beide Seiten profitierten von der Kooperation. Die Schüler würden Sport treiben und die Vereine könnten Mitglieder werben.
Auch Gerd Dumstorff, Vorsitzender des STV Sedelsberg, sieht die Maßnahme des LSB als Einschnitt. Die Anträge des STV für das nächste Schuljahr seien abgelehnt worden. Die unterstützende Wirkung des ehrenamtlichen Engagements der Sportvereine durch die Förderung sei nun genommen worden, bedauerte Dumstorff im NWZ -Gespräch.
Der STV habe bisher eine Vereinbarung mit dem Schulzentrum und der Astrid-Lindgren-Grundschule Sedelsberg gehabt. Das Angebot habe immer außerhalb des Ganztagsprogramms stattgefunden (in den Richtlinien des LSB heißt es: „Veranstaltungen der Kooperationsgruppen sind schulsportliche Maßnahmen außerhalb des Unterrichts und der Betreuungszeiten.“)
Eine Kooperation mit dem Laurentius-Siemer-Gymnasium (LSG) will der STV weiterführen, da das Gymnasium keine Ganztagsschule ist.
Bürgermeister Hubert Frye habe am Donnerstag von der Nachricht erfahren. „Das ist auf jeden Fall ein Rückschritt für beide Seiten“, sagte er. „Ich kann das nicht nachvollziehen.“
„Ein Fehlansatz“
In seinen Augen sei dies ein „Fehlansatz im Sparen bei der Vergabe von Mitteln“. Einerseits wolle die Landesregierung das Angebot der Ganztagsschulen ausweiten, andererseits streiche man an dieser Stelle Fördermittel. Frye wolle sich nun mit Broek zusammensetzen, um nähere Infos zu erhalten und um das weitere Vorgehen zu überlegen. Auch die hiesigen Landtagsabgeordneten sollen mit ins Boot geholt werden.
