Cloppenburg - Mehrheitlich hat der Schulausschuss am Mittwochabend dem Verwaltungsausschuss und dem Rat zum Beschluss empfohlen, die Möglichkeiten zur Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Cloppenburg zu prüfen. Die Verwaltung soll beauftragt werden, den zuständigen Dezernenten der Landesschulbehörde in den am 15. September tagenden Schulausschuss einzuladen. Darüber hinaus soll es im selben Monat eine Elterninformationsveranstaltung sowie -befragung an den städtischen Grundschulen geben. Zudem werden die städtischen Oberschulen beteiligt. „Damit wollen wir einen Meinungsbildungsprozess anstoßen. Unser Antrag richtet sich nicht gegen die etablierten Schulen. Es geht um eine Bereicherung der Schullandschaft“, erklärte Martina Reichel-Hoffmann (Grüne) den Antrag ihrer Fraktion.
Ihr christdemokratischer Kollege Prof. Dr. Lucien Olivier wollte sich lediglich auf die Info-Veranstaltung mit der Landesschulbehörde einlassen und dann das Thema in die Fraktionen zurückverweisen – dieser Antrag wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. Olivier gab sich als Gegner einer IGS zu erkennen, stellte aber klar, dass diese wohl „nicht mehr zu verhindern“ sei. In Deutschland werde über Schul-Strukturen und nicht über Inhalte diskutiert. Das Abitur sei verwässert, viele Abiturienten beherrschten keine Prozentrechnung, die Überprüfung von Wissen fände nicht mehr in der Schule, sondern „woanders“ statt, polterte der Mediziner.
Olivier warnte vor den Folgekosten einer IGS. Und natürlich könne es keine zusätzliche Schule in Cloppenburg geben, eine oder zwei andere müssten dafür „geschlachtet“ werden. Eine gegenteilige Behauptung sei unredlich. „Ich nagele Sie auf Ihre Aussagen fest“, so Olivier in Richtung Reichel-Hoffmann.
Aussschussmitglied Dr. Hermann Bergmann (Bürgerbündnis) glaubt als IGS-Befürworter, dass diese „kostengünstig arbeitet“. Zudem sei die Schaffung einer IGS wichtig, damit Cloppenburg – wie in der Stadtkonzeption 2025 behauptet – wirklich über alle Schulformen verfüge.
