NEUENKRUGE - Die Schuljahrgänge bis 1955 hat Ursula Ecker komplett – die älteren nicht alle mit Foto, aber die Namen sind vorhanden. Die Neuenkrugerin hat gemeinsam mit Gretchen Helmsen und mit tatkräftiger Unterstützung der Bewohner gleich ordnerweise Material über die Volksschule Neuenkruge zusammengetragen, die 1892 eröffnet und 1970 wieder geschlossen wurde. Unzählige Neuenkruger, Mansholter und Westerholtsfelder haben dort ihre ersten Pennälerjahre verbracht – auch Ursula Ecker, die dort von 1950 bis 1958 die Schulbank drückte. Beim „Klassentreffen“ am kommenden Sonnabend, 18. September, treffen sich 110 „Ehemalige“ der Schule nach mehrjähriger Pause um 11.30 Uhr im Landgasthof „Zur Mühle“ – vornehmlich, um wieder einmal zu klönen.
Noch heute wird in Neuenkruge bedauert, dass bei Schließung der Schule seitens der Gemeinde alle Unterlagen vernichtet worden waren. „Wir mussten vieles wirklich mühsam Stück für Stück auch aus Privatbesitz zusammentragen“, erklärt die Inhaberin des örtlichen „Tante-Emma-Ladens“, der übrigens genau gegenüber dem alten Schulgebäude liegt.
Dass die Neuenkruger über eine Chronik der Schulgeschichte verfügen, die vor allem eben auch die Entstehungsgeschichte verdeutlicht, das haben sie Heinrich Schröder zu verdanken. Der 1999 verstorbene Metjendorfer, den historische Daten aus der Umgebung so sehr interessierten und der deshalb auch in den großen Archiven in Oldenburg stöberte, hatte eine Kopie eines Schreibens an das „Großherzogliche Oberschulcollegium“ entdeckt und „übersetzte“ die alte deutsche Handschrift. Darin ist zu lesen, dass die Einwohner der Bauerschaften Neuenkruge und Westerholtsfelde mit Schreiben vom 14. August 1867 den Antrag auf eine eigene Schule in Neuenkruge gestellt hatten. Und es sollte bis 1892 dauern, bis die Schule gebaut, die Hauptlehrerstelle ausgeschrieben und vom Lehrer Theilen zur Eröffnung besetzt wurde. Ursula Ecker hat in ihren Unterlagen auch ein Foto von 1924, das die Schulklasse ihrer Mutter in Neuenkruge zeigt – mit Lehrer Theo Plaküter.
Wenn die „Ehemaligen“ am Sonnabend in Neuenkruge auch zum Mittagessen zusammenkommen, dann können sie auch gleich im neuen Kalender „Historisches Neuenkruge“ für 2011 blättern, sich darin alte Fotos aus dem Ort ansehen – und ihn natürlich auch kaufen. Es ist der zweite Kalender, der alte Fotos aus dem Ort zeigt und den Ursula Ecker mit tatkräftiger Unterstützung des Ortsbürgervereins Neuenkruge und Umgebung zusammengestellt hat. Der Kalender ist ab kommenden Montag, 20. September, auch im „historischen Tante-Emma-Laden“ in Neuenkruge erhältlich.
