Harpstedt - Mehr als eine Überraschung gab es im letzten Schulausschuss der Samtgemeinde Harpstedt am Dienstagabend. Neben der deutlich geäußerten Unzufriedenheit der Lehrkräfte an der Grundschule Dünsen (NWZ  berichtete), erklärte auch der Schulleiter der Haupt- und Realschule, Peter Bilski, dass er sich aus privaten Gründen nicht um die Stelle des Schulleiters der künftigen Oberschule beworben habe. Die Stelle sei erneut ausgeschrieben und es gebe inzwischen auch drei Bewerber, so Bilski am Mittwoch gegenüber der NWZ . Die Schulbehörde setze alles daran, die Stelle zum 1. August zu besetzen. Falls das nicht möglich sei, werde Konrektorin Ute Hegen die Schulleitung kommissarisch übernehmen.

Seine Entscheidung sei tatsächlich rein privater Natur und völlig unabhängig von der Veränderungen an der Haupt- und Realschule.

Den Prozess der Umwandlung in eine Oberschule begleitet Bilski deshalb auch intensiv weiter und er berichtete dem Ausschuss auch gleich von den Fortschritten.

48 Schülerinnen und Schüler seien für das kommende Schuljahr angemeldet, was einen Jahrgang mit zwei Klassen bedeutet. Nach den Sommerferien werde die Schule 380 Schüler haben.

Haupt und Realschüler sollen zusammen unterrichtet werden, Differenzierungen nach der Leistungsfähigkeit sollen erst ab Klasse sieben eingeführt werden. Bei der Planung hat sich die Schule unter anderem Rat von der Waldschule Hatten in Sandkrug geholt, die bereits seit einigen Jahren ähnlich und, so Bilski, sehr erfolgreich arbeitet.

Wie unterschiedlich starke Schüler innerhalb einer Klasse gezielt gefördert werden können, das schauen sich die künftigen Oberschul-Lehrer auch bei den Kollegen der Grundschule Harpstedt an – ein Entgegenkommen, für das Bilski seinem Kollegen Kunsch ausdrücklich dankte.

Bilski hatte noch zahlreiche Fragen der Ausschussmitglieder zu beantworten, so unter anderem die nach Veränderungen im Kollegium. Zwei Kolleginnen so Bilski, gehen zum neuen Schuljahr in den Mutterschutz, zwei Kollegen werden in den Ruhestand verabschiedet und ersetzt.

Grundschuldirektor Wolfgang Kunsch erklärte auf Nachfrage aus dem Ausschuss, dass nicht alle Eltern aus der Samtgemeinde die kommende Oberschule als ideal empfinden. Zahlreiche Kinder würden auch ohne entsprechende Empfehlung im Gymnasium oder an einer der umliegenden Privatschulen angemeldet, einige Eltern hätten ihre Kinder auch an der Haupt- oder Realschule Wildeshausen angemeldet.