Wangerooge/Ourense - Im Rahmen des Comenius-Programms haben sich drei Inselschülerinnen bei einem fünftägigen Projekttreffen am Colexio Guillelme Brown in Ourense in Galizien/Spanien mit Schülern aus Tschechien, Slowakei, Türkei, Ungarn, Großbritannien, Italien und Spanien getroffen. Begleitet wurden Loraine Wetjen, Marjatta Mißmahl und Lara Konradt von den Lehrern Marco Freimuth und Karin Kaluschke.
Das Comenius-Programm wurde 1995 von der Europäischen Union eingerichtet und soll die Zusammenarbeit an Schulen innerhalb der EU fördern. Es bietet Lehrern und Schülern die Möglichkeit, Schulen im europäischen Ausland zu besuchen und dort neue Eindrücke zu gewinnen. Zurzeit nimmt neben der Inselschule Wangerooge auch die Oberschule Hohenkirchen – erstmals – an dem Programm teil.
Weiter Schulweg
Untergebracht waren die Inselschüler in spanischen Gastfamilien, die bis zu 27 Kilometer von der Schule entfernt wohnten. So erzählt Lara (14): „Morgens sind wir, Saray meine Gastgeberin, und ich, 25 Minuten mit dem Auto zur Schule gefahren. Es gab zum Frühstück immer Brot und Kiwi, Orangensaft und Muffins. Mittags haben wir in der Schule gegessen und abends/spät nachmittags sind wir abgeholt worden. Abends gab es dann auch immer warmes Essen. Spanier essen spät, etwa 21 bis 22 Uhr.“
Auch der Schulalltag in Spanien unterscheidet sich vom Wangerooger, hat Marjatta (11) festgestellt: „Um 9 Uhr war Unterrichtsbeginn. Es waren um die 15 Kinder in einer Klasse. Um 10.45 bis 11.30 Uhr war Pause, um 14.30 Uhr war dann Mittagspause in der Kantine. Danach war Freizeit. Um 16 Uhr gab es dann AGs wie Zeichnen, Moderner Tanz, Sport. Um 17.50 Uhr war Schulende. Ich fand die Tage sehr toll. Zwar ging der Schultag etwas länger, aber trotzdem war es toll.“
Im Mittelpunkt des Comenius-Treffens stand eine Ausstellung zu typischen Produkten der Länder, die alle gemeinsam zusammenstellten. „Jedes Land hat einen Tisch und eine Pinnwand gehabt. Auf den verschiedenen Tischen fand sich viel Interessantes. Alles wurde von den Schülern erklärt“, erzählt Lara. Loraine (11) fand die Präsentation der anderen Länder interessant. „Bei der Ausstellung hatte ich mir mehr versprochen und war deshalb enttäuscht“, sagt sie. Auch Marjatta fand die Ausstellung insgesamt interessant: „Was ich blöd fand, war, dass unsere Gruppe nicht so gut vorbereitet war wie die anderen. Es hat aber trotzdem sehr viel Spaß gemacht, den Stand aufzubauen.“
Neben dem Besuch unterschiedlicher Schulstunden standen ein Empfang im Rathaus mit anschließender Stadtführung und ein gemeinsam getanzter galizischer Volkstanz auf dem Programm. „Der galizische Volkstanz war eine schöne Unterhaltung und hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Loraine.
Viele Aktivitäten
Gemeinsame Sportaktivitäten wie Mountainbike oder Klettern sowie der abendliche Besuch der Therme in Outariz bildeten für die Schüler Höhepunkte. „Ich fand das Thermalbad sehr schön, man durfte nur nicht zu schnell die Becken wechseln von heiß zu kalt“, erzählt Marjatta. Ourense ist bekannt für seine bis zu 60 Grad warmen Quellen und hat mehrere Thermalbäder.
San Cibrao de Las, die Ruinen einer keltischen Stadt, erkundeten alle gemeinsam. Eine Tagestour nach Santiago de Compostela mit Besichtigung des Klosters Oseira rundeten den Besuch ab.
Natürlich gab es auch Pannen: Anna Scatturin, vierte im Bund der Inselschülerinnen, wurde bei der Hinreise krank und konnte nicht mit nach Spanien fliegen. Mateo, ihr Gastbruder, bedauerte sehr, dass Anna nicht kam.
Die Tasche mit Bastelarbeiten für die Ausstellung verselbstständigte sich und fuhr weiter im IC Richtung Süddeutschland statt in Köln mit auszusteigen. Eine geplante Übergabe am Folgetag scheiterte. So musste die Wangerooge-Gruppe in Spanien schnell noch die Bierzelteinrichtung und das Kartoffelsalat-Plakat neu erstellen. Aber auch die türkischen Schüler mussten einen Großteil ihrer Haselnüsse bei der Einreise in die EU zwangsweise zurücklassen, erzählen die Mädchen.
