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Grundschule Neuscharrel Fraktion appelliert an die Eltern


Öffentliche CDU/FPD-Fraktionssitzung in der Schützenhalle Neuscharrel: Mehr als 100 Dorfbewohner nahmen an der Sitzung teil. Die kommissarische Schulleiterin Angelika Tiedeken (Mitte) stellte das Konzept vor.   
Heiner Elsen

Öffentliche CDU/FPD-Fraktionssitzung in der Schützenhalle Neuscharrel: Mehr als 100 Dorfbewohner nahmen an der Sitzung teil. Die kommissarische Schulleiterin Angelika Tiedeken (Mitte) stellte das Konzept vor.

Heiner Elsen

Neuscharrel - Zwei Lehrerinnen, eine pädagogische Mitarbeiterin, eine kommissarische Schulleiterin, vier Schülerinnen und ein Schüler. Alle Jahrgänge sind in einer Klasse zusammengefasst. Das ist die aktuelle Situation an der Grundschule in Neuscharrel. Um sich diese Situation noch einmal genau anzusehen hatte die CDU/FDP-Fraktion im Friesoyther Stadtrat die Dorfbevölkerung am Donnerstagabend zu einer öffentlichen Fraktionssitzung eingeladen.

Besichtigung der Schule

Bevor mit den Dorfbewohner diskutiert werden konnten, schauten sich die Ratsmitglieder der CDU und FDP die Räumlichkeiten der Schule an. Insgesamt stehen vier Klassenräume, ein Schulleiterbüro sowie ein Lehrerzimmer und ein Fachraum zur Verfügung. Ebenfalls gibt es im Dachgeschoss der Schule noch weitere Räume der alten Lehrerwohnung, die noch ausgebaut werden können. In der prall gefüllten Schützenhalle warteten im Anschluss schon weit mehr als 100 Neuscharreler auf die Fraktionsmitglieder. Zu Beginn erläuterte die kommissarische Schulleiterin Angelika Tiedeken das neue Konzept zur Rettung der Grundschule Neuscharrel mit dem Titel „Wurzeln und Flügel“, dass die Pädagogin zusammen mit Guido Dincher entwickelt hat. Dem zugrunde liegt ein Ratsbeschluss aus dem September vergangenen Jahres: Um die Schule zu retten, muss bis Ende 2018 ein dafür notwendiges Konzept vorgelegt werden.

Konzept vorgestellt

Kernaussage des Konzeptes ist, dass die Wurzeln für Heimatverbundenheit und Natur stehen und die Flügel symbolisieren eine Stärkung der Medienkompetenz der Schüler. „Der Erhalt der Grundschule Neuscharrel ist möglich, wenn die Mitglieder des Stadtrats der Schule eine Chance geben, die Neuscharreler Eltern von der Schule und ihrem Konzept überzeugt sind und die Dorfbewohner uns bei der Umsetzung des Konzepts unterstützen“, sagte Tiedeken. Die dafür prognostizierten Schülerzahlen, die sich aus den Angaben der Schule und den Geburten zusammensetzen, sehen gar nicht so schlecht aus: Bis zum Schuljahr 2021/2022 könnten insgesamt 34 Schüler die Grundschule besuchen. „Wir können Frau Tiedeken nur danken. Das Konzept ist sehr gut und innovativ. Ebenfalls hat die pädagogische Mitarbeiterin Ilona Theilmann bereits zugesichert, montags bis donnerstags für die nächsten zwei Jahre eine kostenlose Nachmittagsbetreuung bis 15 Uhr zu sichern“, teilte CDU-Ratsherr und Ortsvorsteher Stefan Fuhler mit.

Appell an die Eltern

Voraussetzung für die im Konzept prognostizierten Zahlen: Die Neuscharreler Eltern melden ihre Kinder an der Grundschule Neuscharrel an und ziehen nicht weg. „Wir werden alles versuchen, um die Schule zu erhalten. Doch es liegt an den Eltern, sie müssen mitspielen und ihre Kinder an der Schule anmelden“, machte CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Krone deutlich, der die Veranstaltung moderierte. Mehrere Eltern aus dem Publikum betonten, dass sie Ende 2017 in einer Veranstaltung der Stadt Friesoythe verunsichert worden sind, wie zukunftsfähig die Grundschule Neuscharrel weiterhin ist, und daraufhin ihre Kinder an anderen Schulen angemeldet haben. „Die Politik steht nicht oben, sondern Neuscharrel steht oben. Wenn die Eltern mitziehen, werden sie mit Sicherheit nicht dafür sorgen, dass die Schule geschlossen wird“, fügte Krone hinzu.

Ratsherr Bernd Wichmann erinnerte gleichzeitig daran, dass das Kindeswohl an erster Stelle steht. „Die Entscheidung muss sich nach den Eltern richten, sie kennen ihre Kinder am besten“. Sein Fraktionskollege Matthias Lamping machte aber auch noch deutlich, dass jede Entscheidung respektiert werden muss. „Wenn sich allerdings Eltern entscheiden, ihre Kinder auf eine andere Schule zu schicken, muss dies akzeptiert werden. Auf diese Eltern darf dann kein Druck im Ort aufgebaut werden“.

Probleme in Gehlenberg

Zum Abschluss machte die Fraktion auch noch einmal deutlich, dass es im Falle einer Schließung auch zu Problemen an der Grundschule Gehlenberg kommen könnte, da diese für Neuscharrel die am nächsten gelegene Grundschule wäre. „Wenn Gehlenberg die Neuscharreler Kinder aufnehmen muss, müssen wir auch dort in naher Zukunft anbauen. Und das, obwohl wir in Neuscharrel noch ein intaktes Gebäude mit genügend Platz hätten“, sagte Krone.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland
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