Neuscharrel - Da war die Freude im Kindergarten St. Ludger groß. Vier kleine Trettrecker zum Spielen spendeten Landwirte der Region an die Kinder und ihre Erzieherinnen. Mit diesen darf nun nach Herzenslust gespielt, gefahren und gebaggert werden.

„Die vier Trecker haben einen Wert von circa 600 Euro“, sagt Landwirt Bertold Ortmann. Dass die Landwirte mit ihrer Spende genau ins Schwarze getroffen haben, bestätigt Kindergartenleiterin Barbara Carmichael-Eilers. Schon vor Wochen hätten die Kinder den Wunsch geäußert, einen Trecker zum Spielen zu bekommen. „Das ist ein großes Geschenk. Wir freuen uns sehr“, sagt Carmichael-Eilers.

Der St.-Ludger-Kindergarten gehört zu elf Kitas aus der Region, die mit den bunten Fahrzeugen beschenkt wurden. 35 Tret- und Rutschtrecker im Wert von knapp 4000 Euro spendeten die Landwirte insgesamt. Unterstützt wurden sie dabei von verschiedenen Landmaschinenhändlern.

Neben dem Wunsch, den Kita-Kindern ihren Trecker-Traum zu erfüllen, verfolgen die Landwirte mit ihrer Spende ein weiteres Ziel. Ihnen geht es darum, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und näher mit ihnen zusammenzurücken. Deshalb haben sie die Gruppe „#LandwirtevorOrt“ ins Leben gerufen. Durch diese wollen sie zeigen, dass sie mehr können, als Treckerproteste. Neben der Herstellung regionaler Lebensmittel sei dies unter anderem die Pflege der Kulturlandschaft, sagt die Gruppe.

Ebenfalls aufmerksam machen wollen die Landwirte auf den Grund der Bauernproteste. Der Wunsch nach angemessener Wertschätzung sei neben der Düngeverordnung und des Agrar- und Insektenpakets Hauptgrund für die Treckerdemos. Zum einen zeigt sich dies an „erschwinglichen Preisen“ im Supermarkt für erstklassige Lebensmittel. Zum anderen wünschen sie sich, dass den Konsumenten bewusster wird, woher ihr Fleisch kommt und was es für dessen Produktion alles benötigt.

Svenja Gabriel-Jürgens
Svenja Gabriel-Jürgens Redaktion Jever, Redaktion Varel