Neuvrees/Altenoythe - Anastasia ist gerade eifrig dabei, zu sägen. Zusammen mit anderen Schülerinnen und Schülern stellt die 13-Jährige Nisthilfen in Form von Holzkästen für Bienen her. Insgesamt vier sollen es später sein. Währenddessen fertigen Linus, Phillipp, Felix und Julius eine Lehmwand. Denn viele Wildbienenarten bauen ihre Brutnester in solchen Wänden.
Für 20 Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses (WPK) Biologie des Jahrgangs sieben und acht der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe ging es am Freitagvormittag im Rahmen eines Projekttages raus in die Natur. Oder besser gesagt, zum Schulwald an der Straße Bögel in Neuvrees. Dafür hatte vor einiger Zeit Bernhard Pünter einen halben Hektar seiner Flächen zur Verfügung gestellt.
Am Freitag war sein Sohn Thomas Pünter dabei und half den Schülern beim Herstellen der Nisthilfen und der Lehmwand, die im Schulwald aufgestellt wurden. Zudem hatte er die Fläche vorbereitet, auf der die Schüler an dem Tag einen 650 Quadratmeter großen Blühstreifen pflanzten. Ebenfalls zur Seite standen ihnen Schulleiter Rasmus Braun, die Lehrkräfte Dr. Klaas Welke und Norbert Rehring sowie Dr. Hannes Petrischak und Natalie Schenck. Letztere absolviert gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Heinz Sielmann Stiftung, dessen Leiter Naturschutz Petrischak ist. Sie führten den Aktionstag im Rahmen des Kooperationsprojektes „Wildbienen in Schulwäldern“ mit der Stiftung „Zukunft Wald“ durch.
Material und Werkzeuge für die Oberschüler wurden von der Heinz Sielmann Stiftung zur Verfügung gestellt. „Es gibt über 500 Wildbienenarten in Deutschland“, informierte Rehring. Jedes Weibchen sammel Pollen und Nektar für den eigenen Nachwuchs. Darum sei der Blühstreifen wichtig. Zudem habe jedes Weibchen ein eigenes Nest. „Sie nisten in Röhren“, sagte Petrischak. Und genau über solche verfügen die Nisthilfen, die die Schüler herstellten. Und dabei hatte sie viel Spaß.
„Ich finde die Aktion gut“, sagte Anastasia. „Mich hat das Thema interessiert, weil es die Umwelt betrifft“, sagte Simon (13). Und auch die „Lehmwandbauer“ freuten sich. „Ich finde, das ist eine gute Sache, dass Leute sich für die Bienen einsetzen und auch, dass jemand in Schulen kommt und das mit den Kindern zusammen macht“, sagte der 13-jährige Julius.
