Als die Politik der Verwaltung den Auftrag gab, einen Schulentwicklungsplan zu erstellen, gab es dafür vermutlich unterschiedliche Motive – von einer besseren Planbarkeit bis zu einem Hebel für strukturelle Veränderungen.
Gerade für das letztere Motiv steht Gutachter Dr. Heinfried Habeck mit seiner Analyse, Prognosen und Empfehlungen aber nicht bereit. Im Gegenteil: Habeck, der inzwischen einen besseren Überblick über alle Oldenburger Schulen hat als jeder andere, sagt: „Finger weg von strukturellen Veränderungen!“ Die – von ihm mitgetragene und von den Zahlen gestützte – Botschaft der Schulen laute eher: „Wir haben jetzt eine gemeinsame Basis und einen guten Schulfrieden. Lasst uns in der Schulstruktur in Ruhe, und stärkt uns stattdessen im System!“ Wer meint, den Hebel jetzt trotzdem ansetzen zu müssen, um die bestehende Schulstruktur aufzubrechen und etwa eine vierte IGS zu fordern, weil es im Bereich der mittleren und schwächeren Leistungsgruppen insgesamt 125 Ablehnungen gegeben hat, gefährdet die attraktive Zusammensetzung der bestehenden IGSen, er dünnt die Oberschulen weiter aus, und er bereitet im Ergebnis den Boden für ein sechstes städtisches Gymnasium. Zumal die Gymnasien, die ihren Schülerinnen und Schülern nun auch wieder 13 Jahre Zeit geben, einen der bisherigen Vorteile der IGSen ausgeglichen haben. Das zeigt sich schon jetzt am Rückgang der Anmeldungen aus der Leistungsgruppe 1 (stärkste Schüler) an den Gesamtschulen. Also: Finger weg von solchen Ideen – und alle Kraft und Weisheit für eine Stärkung des bestehenden Systems.
