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Berufsbildende Schulen In Nordenham Azubi-Jahrgang 2020 ist nicht zu beneiden

Jens Milde

Nordenham - Jahr für Jahr entlassen die Berufsbildenden Schulen ihre Schüler mit einer Abschlussfeier. Es gibt Zeugnisse, Auszeichnungen und Live-Musik. Und in den Reden – egal ob vom Bürgermeister, von Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Schulleitung – geht es um den Fachkräftemangel und die guten Chancen, auf dem Arbeitsmarkt die passende Beschäftigung zu finden.  In diesem Jahr hat es all das nicht gegeben. Auch nicht in Nordenham, wo die kaufmännische Abteilung der BBS ihren Standort hat.

Neue Abläufe

Die Corona-Krise hat die Abläufe für Schüler und Lehrer ordentlich durcheinander gewirbelt. Die Ergebnisse ihrer IHK-Prüfungen erfahren die Schüler erst Ende dieses Monats. Dass unter solchen Bedingungen noch keine große Feierstimmung aufkommen will, ist nur allzu verständlich.

Die besonderen Umstände bedauern auch die Standortleiterin Dörte Manskopf und die Bildungsgangleiterin Sarah Haukje. Der Abschlussjahrgang 2020 sei auch deshalb nicht zu beneiden, weil eine Anschlussbeschäftigung nach der Ausbildung wegen der Corona-Pandemie keine Selbstverständlichkeit ist. Dörte Manskopf kennt eine ganze Reihe von Azubis, die damit leben müssen, dass bereits gegebene Zusagen wieder zurückgenommen wurden. Sarah Haukje weiß, dass es die Kaufleute für Büromanagement deutlich schwerer haben, übernommen zu werden oder eine andere Arbeitsstelle zu finden, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war. Dörte Manskopf und Sarah Haukje gehen davon aus, dass es in anderen Berufen ähnlich aussieht.

Zur kaufmännischen Abteilung der BBS Wesermarsch gehören die Fachkräfte für Lagerlogistik (15 Prüflinge), die Industriekaufleute (9 Prüflinge), die Kaufleute für Büromanagement (21 Prüflinge), die Kaufleute im Einzelhandel (15 Prüflinge), die Speditionskaufleute (12 Prüflinge), die Verkäufer (12 Prüflinge) und die Fachkräfte für Hafenlogistik (7 Prüflinge), die am Standort Elsfleth unterrichtet werden.

Homeschooling

Nach der Schließung Mitte März waren die Schüler im dritten Ausbildungsjahr die ersten, die Ende April in den Präsenzunterricht zurückgekehrt sind. Für alle anderen Azubis begann das verpflichtende Homeschooling. Nach und nach sind aber auch sie wieder in den Präsenzunterricht zurückgekehrt.

Trotz der widrigen Umstände sind die Schüler gut mit der Situation umgegangen, findet Dörte Manskopf. Aus den Berichten, die einzelne Azubis über ihre Schulzeit geschrieben haben, geht hervor, dass sie sich sehr gut aufgehoben gefühlt haben an den Berufsbildenden Schulen. Die Azubis teilen viele schöne Erinnerungen miteinander. Aber viele junge Leute aus dem Corona-Jahrgang teilen auch die Sorgen um die berufliche Zukunft.

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