NORDENHAM/BETHLEHEM - NORDENHAM/BETHLEHEM - Ein beispielhaftes Hilfsprojekt in Palästina unterstützt jetzt die katholische St.-Willehad-Schule. Ausgehend von einer Initiative des Schulelternrats, ist die dauerhafte Patenschaft für das Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem übernommen worden. Das Projekt hat die ehemalige Vorsitzende des Schulelternrates, Kornelia Heilmann, angeschoben. Ihre Nachfolgerin Gertrud Bölke setzt die Arbeit zusammen mit den Eltern fort.
Den entscheidenden Impuls gab die ehemalige Lehrerin Hildegard Symann. Seit Mitte der 80er-Jahre reist sie nach Israel. Vor gut vier Jahren gelangte sie das erste Mal ins Caritas-Baby-Hospital, das sie nun regelmäßig besucht. Ein Franziskaner-Mönch hatte sie dorthin mitgenommen. Über ihre Erlebnisse in Palästina und Israel berichtete Hildegard Symann, die aktiv in der Kirchengemeinde und der Ortscaritas mitwirkt. Daraufhin fassten die Eltern den Entschluss, für das Projekt zu spenden.
Was anfangs als einmalige Aktion gedacht war, hat sich nun zu einer dauerhaften Beziehung entwickelt. Rund 900 Euro sind nach den Worten von Kornelia Heilmann bereits gespendet worden. Viele Aktionen und diverse Veranstaltungen an der Schule brachten das Geld zusammen, wobei immer die Hälfte der Erlöses gespendet wird.
Einen Betrag über 127,63 Euro übergab gestern Gertrud Bölke an Hildegard Symann, die den 70 Schülern die Arbeit im Baby-Hospital vorstellte. 200 Mitarbeiter sind in der Klinik beschäftigt. 98 Prozent der anfallenden Kosten werden durch Spenden gedeckt. Das Krankenhaus wird von der Caritas unterstützt, die Stiftung Kinderhilfe Bethlehem betreibt es.
„Wir wollen der Bevölkerung helfen“, betonte Hildegard Symann. Kleinkinder bis zu vier Jahren würden im Hospital behandelt. Operationen, die nötig sind, finden in Jerusalem statt. Die Kosten trägt die Stiftung. An einer Pinnwand im Flur der Grundschule wird über die Arbeit informiert. Dass für drei Euro ein Kind ambulant behandelt werden kann, das sonst ohne Hilfe bliebe, stimmte die Schüler nachdenklich.
Seit mehr als 50 Jahren ist die deutsch-schweizerische Kinderhilfe Bethlehem im ganzen Heiligen Land aktiv. Das Caritas-Baby-Hospital ist dabei einzigartig. Im Dezember 1952 hatte der Pater Ernst Schnydrig das Elend in den palästinensischen Flüchtlingslagern erlebt. Er war im Auftrag der Caritas unterwegs und musste hilflos mit ansehen, wie ein verzweifelter Vater sein totes Kind vor einem Zelt begrub. Es gab keine Hilfe. Damit nie wieder ein kleines Kind am Geburtsort Jesu ohne medizinische Versorgung bleibt, engagierte Ernst Schnydrig einen palästinensischen Arzt und eine Schweizer Krankenschwester, mietete ein Haus und nannte es „Caritas Baby Hospital“.
