Nordenham - „Blickkontakt ist wichtig“, sagt Regina Hartmann. Aber er ist nicht selbstverständlich. „Es gibt immer mehr Eltern, die ihren Blick auf das Smartphone richten und nicht auf ihre Kinder.“ Zuhören, sich den Kindern zuwenden, die Kinder ausreden lassen – diese Grundregeln häuslicher Kommunikation kommen in manchen Familien zu kurz. Das wollen Regina Hartmann und ihre Kolleginnen von der Koordinierungsstelle Sprachbildung und Sprachförderung ändern. Deshalb sind sie im ganzen Landkreis unterwegs, um mit Erzieherinnen und Lehrern in Krippen, Kindergärten und Grundschulen zu sprechen und ihre Idee von einer Förderung der Eltern-Kind-Kommunikation weiterzugeben.

Nicht zufällig fand der jüngste „Runde Tisch Sprache“ in der Nordenhamer Stadtbücherei statt. Es ging um das Thema Vorlesen. Und da sind der Büchereileiter Jochen Dudeck und seine Stellvertreterin Marina Schnathmann Experten. Die Bücherei bietet viele Projekte zum Thema Leseförderung an. In der Bücherei gibt es außerdem eine von der Koordinierungsstelle eingerichtete Abteilung mit Fachliteratur für Erzieher zum Thema Sprachförderung.

In der beim Landkreis angesiedelten Koordinierungsstelle Sprachbildung und Sprachförderung, arbeiten neben Regina Hartmann noch Margret Schnars, Susanne Kunz und Kerstin Ulke, die für Martina Geberzahn neu dazugekommen ist. Sie möchten Eltern dafür gewinnen, ihren Kindern mehr vorzulesen. Regina Hartmann weiß, dass dies in manchen Familien gar nicht stattfindet. Die Idee ist, Eltern in die Kindergärten zu holen, wo sie ihren Kindern in einem geschützten Raum, den so genannten Lese-Inseln, Geschichten vorlesen. Beim Vorlesen stecken zwei Menschen auf schönste Weise „unter einer Decke“ – davon sind Regina Hartmann und ihre Kolleginnen überzeugt. Sie wollen diese Erkenntnis über die Kindertagesstätten und Grundschulen an die Eltern tragen.

Denn die Eltern stehen nach Auffassung von Regina Hartmann im Mittelpunkt, wenn es um Sprachbildung und -förderung geht. „Wir möchten zeigen, wie wichtig der Beitrag der Eltern ist“, sagt Regina Hartmann. Aus ihrer Sicht sind es in erster Linie die Eltern, die in die Sprachbildung ihrer Kinder investieren müssen. Ein zentraler Punkt sei dabei die Qualität der häuslichen Kommunikation. Eltern, so die Frauen von der Koordinierungsstelle, sind die Erziehungsexperten. Mit Liebe, Geduld und Zuwendung sollten sie ihre Kinder auf dem Weg in die Selbstständigkeit unterstützen und sie bei der Entwicklung von Selbstbewusstsein und Lerninteresse unterstützen.