NORDENHAM - Erinnerungen an den Chemieunterricht sind bei den meisten Erwachsenen sicherlich nur noch in Ansätzen vorhanden. Nach Versuchsabläufen oder gar chemischen Formeln gefragt, müssen viele passen. Damit der Nachwuchs auf ein besseres Fundament hinsichtlich der naturwissenschaftlichen Fächer bauen kann, hat der Arbeitgeberverband für die Chemische Industrie in Norddeutschland (Chemie Nord) den Grundschulen Blexen und Süd jeweils einen großen Experimentierkasten mit sieben Chemie-Versuchen für den Sachunterricht geschenkt.
Der Chemieunterricht an den weiterführenden Schulen in Niedersachsen beginnt nach den Worten von Nadine Priebe viel zu spät. Aus diesem Grund hat Chemie Nord das Projekt „Mein erstes Chemiepraktikum“ ins Leben gerufen. Zusammen mit Peter Aengeneyndt, Werkleiter der Kronos Titan GmbH in Blexen, überreichte die Chemie-Nord-Projektleiterin die beiden Gruppen-Experimentierkästen. Gerade im Grundschulalter seien die Kinder sehr motiviert und würden sich gern mit Naturphänomenen befassen, begründete sie bei der Übergabe in der Grundschule Süd am Montag die Aktion der chemischen Industrie, den Unterricht zu fördern.
In Zusammenarbeit mit der Universität Bremen ist der Chemiebaukasten entwickelt worden, der Unterrichtsmaterial für bis zu 30 Schüler enthält. Neben Schutzbrillen und Kinderlabormänteln befinden sich sieben Versuchsanordnungen in jeder Plastikbox. So können die Zweit- bis Viertklässler, für das Arrangement hauptsächlich konzipiert ist, beispielsweise aus Zitronensaft eine Geheimschrift herstellen. Und auch die Produktion von Hautcreme und Duschgel sollte ihnen nach dem Sachunterricht keine Schwierigkeiten mehr bereiten. Die chemischen Zusammenhänge, und das ist den Förderern wichtig, werden den Schülern näher gebracht.
Damit die Experimente auch klappen, hat Chemie Nord mit Sitz in Hannover eigens zwei Lehrer geschult: Katja Brendel von der Grundschule Süd und Bernhard Uebachs aus Blexen. Laut Nadine Priebe beteiligen sich insgesamt 40 niedersächsische Schulen und 26 Unternehmen an dem Projekt, wobei ein Betrieb immer nur bis zu zwei Schulen betreut.
Die Industrie braucht qualifizierten Nachwuchs. Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern hapert es momentan. Und so freuten sich dann auch die Leiter der beiden Grundschulen Gesine Skupin (Süd) und Hendrik Voß (Blexen), dass sie das naturwissenschaftliche Angebot an ihren Schulen erweitern können.
„Wir stoßen auf fruchtbaren Boden“, sagte Werkschef Peter Aengeneyndt, der den Kontakt hergestellt hatte. Nach seinen Worten fördert der Chemieverband das Projekt finanziell. Als Ansprechpartner vor Ort stehe Kronos Titan bereit. Dass der Chemiekasten noch erweitert und mit neuen Versuchsanordnungen bestückt werden soll, merkte Nadine Priebe an. Sollten Chemikalien zur Neige gehen, gibt es bei Kronos Nachfüllsets.
Schirmherrin des Projekts ist die niedersächsische Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann.
