NORDENHAM - „Das ,Haus der kleinen Forscher’ versteht es, Forschergeist in Kinderköpfen zu entfachen.“ Mit diesen Worten umschreibt Dr. Annette Schavan, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, eine Initiative, die jetzt auch in Nordenham Fuß fassen soll. Die Kindergärten in der Stadt sollen zu Häusern der kleinen Forscher werden. Das haben sich die beiden „Trainer“ Heide Schlack und Frank Patzke sowie der Netzwerkoordinator Jochen Dudeck vorgenommen.

Verständnis fördern

Ziel der Initiative ist es, das Interesse von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren an Naturwissenschaften und Technik sowie ihr Verständnis von grundlegenden Zusammenhängen zu fördern. Und damit soll gleichzeitig ein Beitrag zur Stärkung der Lern-, Sprach- und Sozialkompetenz sowie zur Entwicklung der Feinmotorik geleistet werden. Die Initiative versteht Kindergärten als Bildungseinrichtungen. Sie will einen Beitrag zur Umsetzung der in den Bildungsplänen formulierten Ziele im Bereich Naturwissenschaft und Technik leisten.

Nach den Worten von Jochen Dudeck ist geplant, dass die Erzieherinnen in den Kindergärten mit ihren Schützlingen einfache Experimente durchführen. Es geht um simple Fragen: Warum erlischt eine Kerze unter einem Reagenzglas? Warum schwimmt eine Reißzwecke auf dem Wasser? Die Themenschwerpunkte sind Wasser, Luft und Sprudelgase. Die Kindergärten sollen Koffer mit den Versuchsmaterialien und -beschreibungen bekommen. Da nicht alle Erzieherinnen Asse in Naturwissenschaft sind, werden sie in Workshops ausgebildet. Diesen Part übernehmen die Trainer: Heide Schlack und Frank Patzke.

Heide Schlack ist selbst Erzieherin. Sie arbeitet im Kindergarten Mitte. Frank Patzke ist Meister für Chemie bei Kronos Titan. Beide waren von der Idee begeistert. Und deshalb werden sie demnächst an einer Fortbildung in Berlin teilnehmen, um anschließend das Gelernte an die Erzieherinnen weiterzugeben.

Die Koordination vor Ort übernimmt die Stadtbücherei. Zunächst sollen die Erzieherinnen in Nordenham ausgebildet werden. Langfristig soll die Initiative auf die gesamte Wesermarsch ausgeweitet werden. Jochen Dudeck, der Leiter der Stadtbücherei ist, war bei einem eigenen Projekt im vergangenen Jahr verblüfft, wie wissbegierig Kinder sind, wenn es um Naturwissenschaften geht und welche Begeisterung sie zum Beispiel für Chemie entwickeln können, wenn sie experimentieren dürfen und ein Bezug zu praktischen Dingen des Alltags erkennbar ist.

Das Netzwerk, das die Initiative begleitet, ist noch in der Entstehung. Im Dezember haben sich bereits Vertreter von Vereinen, Institutionen, Grundschulen und der Industrie getroffen, um über ein Begleitprogramm und Patenschaften zu beraten.

Die Initiative, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird, wurde von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der Unternehmensberatung McKinsey, der Siemens AG und der Dietmar-Hopp-Stiftung ins Leben gerufen.