NORDENHAM - Wie der Computerspezialist und Apple-Mitbegründer Steve Jobs, so haben auch Julian Wiemers, Suayb Gürbüz und Lukas Patzke den Grundstein zu einer technischen Neuerung in einer Garage gelegt. Die 17-jährigen Gymnasiasten entwickelten ein Gerät zur Bestimmung der Effektivität von Solaranlagen mit Hilfe eines Kalorimeters. Mit ihrer Idee haben die Abiturienten den Regionalwettbewerb Jugend forscht in der Kategorie Physik in Emden gewonnen.
Auf den deutschen Dächern werden zunehmend Solaranlagen montiert. Ob sich eine solche Investition für die Eigentümer überhaupt lohnt, wollten die drei Gymnasiasten daher wissen. Eine Anlage befindet sich bei meinen Großeltern auf dem Dach, sagte Julian Wiemers. Mit ihrem neu entwickelten Messgerät, das ebenfalls auf dem Dach angebracht wurde, sei es möglich gewesen, die Effektivität der Anlage zu bestimmen. Die Frage, ob sich das bei uns zu Hause lohnt, sei die Triebfeder gewesen.
Das System ist eigentlich simpel: So werden die Außentemperatur und das erwärmte Wasser im Behälter des Geräts verglichen. Der Differenzwert erlaubt nach den Worten von Julian Wiemers einen Rückschluss über die Energie, die nötig ist, um das Wasser zu erwärmen. Jedes Dach sei doch anders gestaltet, habe eine andere Neigung, sei anders ausgerichtet oder teilweise auch von Bäumen beschattet, merkte ihr Betreuer im Leistungskurs und Physiklehrer Albert Bojunga an. Da sei es gut zu wissen, ob sich eine Solaranlage rentieren würde.
Die drei Tüftler hatten im Frühjahr 2011 mit ihrem Projekt begonnen, das außerhalb des Schulunterrichts umgesetzt wurde. Im Sommer folgte die Konstruktionsphase in einer Garage. Rund 300 Euro kostete das Material wie Plexiglas, Klebstoff und Styrodur sowie ein Datenlogger, der die Messergebnisse speicherte. Der Förderverein der Schule hat uns unterstützt, merkte Lukas Patzke an.
Bei der Präsentation in Emden sorgten die drei Nordenhamer für Aufsehen. Sie seien gefragt worden, wie es um ein Patent stünde. Auch gewannen sie noch den Sonderpreis der Stadtwerke Emden und können die weltgrößte Windkraftanlage in Rysum besuchen.
Julian Wiemers, Suayb Gürbüz und Lukas Patzke werden nun am Landeswettbewerb in der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld teilnehmen, der vom 19. bis 21. März stattfindet. Sie treffen dort auf weitere fünf Regionalsieger. Ihr Physiklehrer Albert Bojunga wird sie begleiten. Nach dem Abitur streben die drei Regionalsieger ein Duales Studium bei Premium Aerotec an. Solche Experten seien doch gefragt, freute sich Albert Bojunga auch über den Erfolg für das Gymnasium.
