NORDENHAM - Fünf Unterschriften haben am Mittwochnachmittag die Zusammenarbeit zwischen zwei Kindergärten und drei Grundschulen im Stadtsüden besiegelt. Es ist der erste Kooperationsvertrag zwischen Tagesstätten und Schulen in Nordenham mit so vielen Beteiligten.
Zwei Brückenjahre
Unterschrieben haben die Leiterinnen Evelyn Gang vom städtischen Kindergarten Mitte an der Wesermarsch-Klinik, Natascha Schulz vom evangelischen Kindergarten Pusteblume an der Oststraße, Gesine Skupin von der Südschule, Birgit Menzel von der Grundschule Atens und Elisabeth Tappe von der katholischen St.-Willehad-Schule. Sie verpflichten sich, ab jetzt zwei sogenannte Brückenjahre anzubieten – eines für das letzte Kindergartenjahr und eines für das erste Schuljahr.
Absprachen zwischen Kindergärten und Grundschulen sind im Stadtgebiet keineswegs neu. Dennoch fiel Sandra Büsing von der Südschule auf, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Einrichtungen hinter den Anforderungen eines Erlasses aus dem Kultusministerium zurückbleibt. Sie ergriff die Initiative und entwarf einen Brief an die beiden benachbarten Grundschulen und sieben Kindergärten. Dass nur zwei Kindergärten an dem Arbeitskreis teilnahmen, der sich vor einem Jahr bildete, liegt daran, dass die übrigen Kindergärten schon mit ihren jeweiligen Nachbarschulen kooperieren.
Die Kindergärten Pusteblume und Mitte dagegen geben Kinder an drei Grundschulen ab, die drei Grundschulen wiederum nehmen Kinder aus verschiedenen Tagesstätten auf. Die Leiterinnen und einige zugeordnete Mitarbeiterinnen trafen sich sechsmal und behandelten vier Themenkomplexe:
Schulfähigkeit und Lernvoraussetzungen,
Zusammenarbeit mit Eltern,
Überprüfung der Lernvoraussetzungen und
das Brückenjahr an Grundschulen.
In ihrem Kooperationsvertrag verpflichten sich die fünf Institutionen, gemeinsam die Entwicklung der Kinder zu verfolgen und sich darüber auszutauschen. So informiert der Kindergarten die Schule drei Monate vor der Einschulung über den Entwicklungsstand des Kindes, während die Schule dem Kindergarten nach etwa drei Monaten und nach einem Jahr eine Rückmeldung über den Schulerfolg gibt.
Infoblatt für Eltern
Neu sind auch gemeinsame Elternabende der drei Grundschulen, in denen sie den Eltern der Kinder aus dem letzten Kindergartenjahr erläutern, wie sie sich den Übergang in die Schule wünschen. Die Elternabende finden am Dienstag, 11. Oktober, im Kindergarten Pusteblume und am Mittwoch, 12. Oktober, im Kindergarten Mitte statt. Bei dieser Gelegenheit bekommen die Eltern auch ein Informationsblatt über die Fähigkeiten, die von ihren Kindern erwartet werden. Dieses Blatt hat der Arbeitskreis erstellt.
Bei der Zusammenarbeit gehe es weniger darum, die Arbeit in den Institutionen anzugleichen, sondern vor allem darum, mehr voneinander zu wissen, sagt Gesine Skupin, die Leiterin der Südschule, Deshalb wird sich der Arbeitskreis Kooperation Süd weiterhin treffen – zwei Mal im Jahr.
