NORDENHAM - NORDENHAM/WMZ - Vor allem an den Hauptschulen in Abbehausen, Rodenkirchen, Jade, Berne und Lemwerder liegt die Zahl der Fünftklässler nach den Worten von Ina Korter teilweise deutlich unter der vorgesehenen Klassenstärke von 26 Schülern. Die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen rechnet damit, dass in wenigen Jahren mehrere Hauptschulen in der Wesermarsch schließen müssen.

Verantwortlich für die Miesere ist laut Korter vor allem die Schulpolitik der niedersächsischen Landesregierung mit ihrer frühen Trennung der Schüler in das dreigliedrige Schulsystem schon nach der 4. Klasse. „Anstatt bereits im Alter von etwa zehn Jahren den weiteren Lebensweg ihrer Kinder festzulegen, wollen viele Eltern die Bildungschancen länger offen halten und entscheiden sich daher gegen die Hauptschule“, argumentiert die Landtagsabgeordnete.

Korter mahnt zur Umkehr: Kultusminister Bernd Busemann (CDU) habe die Abstimmung mit den Füßen über seine Schulpolitik längst verloren. „Anstatt endlich gegenzusteuern und damit die drohende massive Schließung von Schulstandorten auf dem Lande zu verhindern, halten CDU und FDP leider stoisch an dieser falschen Politik fest“, sagt Korter.

Statt einer Trennung in Haupt-, Realschule und Gymnasium wollen die Grünen eine neunjährige gemeinsame Basisschule mit individueller Förderung für alle Kinder. Dadurch würden die Schulen im Ort gehalten und vor allem im ländlichen Raum lange Schulwege vermieden. Die Grünen sind davon überzeugt, dass sich die Lernerfolge verbessern.

„Die bei internationalen Bildungsstudien erfolgreichen Länder machen uns vor, wie es geht. Dort gibt es die frühe Trennung in ein gegliedertes System nicht. Wir sollten endlich von den Siegern lernen“, betont Korter.