NORDENHAM - Mit vielen guten Eindrücken und Anregungen sind vier Schüler und vier Lehrkräfte der Schule Am Siel von einer einwöchigen Reise nach Spanien zurückgekehrt. „In einer solchen Woche lernt man unheimlich viel“, berichtet Lehrerin Sandy Wolf. „Viele Anregungen sind sehr alltagstauglich“, ergänzt ihr Kollege Franz Kießler.
Die Motivation, Englisch zu lernen, dürfte nun wachsen, denn viele Unterhaltungen mit Schülern und Lehrern der spanischen Partnerschule liefen neben Zeichensprache und Übersetzungen in englischer Sprache. Sehr beeindruckt hat die Nordenhamer ein Fitness-Studio unter freiem Himmel unweit der Jugendherberge, in der sie Quartier genommen hatten. Eine solche Anlage würde auch in Nordenham gut angenommen, meinen sie.
„Fit for Life“, übersetzt „Fit für das Leben“, lautet das Motto des Comenius-Projektes, an dem die Schule Am Siel für zwei Schuljahre teilnimmt. Ihre Partnerschulen sind die Nethergate School in Nottingham im Zentrum Englands und die Schule C.E.E. Gnadarrama in Coslada, einem Vorort der spanischen Hauptstadt Madrid.
Gesunde Lebensweise
Mit dem von der Europäischen Union finanzierten Schulprojekt sollen Bewegung, gesunde Lebensweise und sinnvolle Freizeitbeschäftigung gefördert werden.
Im November waren Gäste aus den Partnerschulen in Nordenham. Für Oktober ist ein Treffen in England geplant. Im Mai nächsten Jahres soll das Abschlusstreffen in Nordenham stattfinden.
Jetzt ist also Projekt-Halbzeit. Von den 190 Schülern der Schule Am Siel machen etwa 100 mit. An einem Projekttag hat sich sogar die ganze Schule beteiligt.
Für die Reisen zu Partnertreffen können sich alle Schüler bewerben. Diese vier Schüler reisten jetzt nach Spanien: Marylin Maus (14), Lena Frerichs (14), Ramazan Özdemir (18) und Heder Tavan (14). Sie fanden den Aufenthalt in Spanien ganz toll, freuten sich auch über dargebotene spanische Volkstänze.
Diese Lehrkräfte waren dabei: Sandy Wolf, die das Comeniusprojekt koordiniert, sowie Eva-Maria Meyer, Jeelka Richter und Franz Kießler. Es sei auch ein persönlich bewegender Besuch gewesen, zum Abschied seien Tränen geflossen, berichtet Kießler. „Das ist für die europäische Identität ganz wichtig.“
Während der beiden Projektjahre werden Tipps für mehr Bewegung und bessere Ernährung ausgetauscht – auch Rezepte. Ein gemeinsames Kochbuch ist geplant.
Ähnlich wie beim ersten Comenius-Projekt (Titel: „Erforsche Europa durch singen und tanzen“), an dem die Schule Am Siel bereits teilgenommen hat, werden auch bei diesem zweiten Austausch „Comenius-Koffer“ mit Schülerarbeiten von Schule zu Schule geschickt. Ein Koffer soll Informationen über die Regionen, ein weiterer über die Schulen und ein dritter Bewegungsangebote enthalten. Kontakt wird zudem per Post und E-Mail gepflegt.
Blicke über Tellerrand
Solche Blicke über den Tellerrand seien ganz wichtig, um auf neue Ideen zu kommen, Anregungen zu finden und zu erkennen, dass andere Förderschulen in Europa ähnliche Schwierigkeiten haben, zieht Eva-Maria Meyer ebenfalls positive Halbzeitbilanz.
Voraussichtlich zum 1. September bekommt die Schule Am Siel einen Comenius-Assistenten. Wie es der Zufall will, ist es ein Spanier, der für ein halbes Jahr im Auftrag der Europäischen Union in Nordenham auch spanische Kultur vermitteln soll.
