NORDENHAM - Wer sich mit Achim Hauser unterhält, muss schon genau hinhören. Denn die beinahe dialektfreie Sprache des neuen Chefarztes der Unfallchirurgie an der Nordenhamer Wesermarsch-Klinik verrät kaum noch die Herkunft des 46-Jährigen. Der gebürtige Schwabe trat am 1. Oktober die Nachfolge von Jürgen Wiese an, dem die Geschäftsführung im Juli die Kündigung ausgesprochen hatte. In der Zwischenzeit leiteten die Oberärzte Dr. Alexander Müller und Dr. Huseyin Tekin die Unfallchirugie.
Nach dem Abitur im heimischen Tübingen studierte Achim Hauser zwischen 1983 und 1992 in Göttingen und an der Freien Universität Berlin. Bis 1995 arbeitete er als „Arzt im Praktikum“ in der chirurgischen Abteilung der Waldklinik Spandau. Nach zahlreichen weiteren Stationen wurde der Mediziner im Jahr 2006 Oberarzt im St.-Barbara-Hospital in Gladbeck, wo er bis zum 30. September dieses Jahres tätig war.
Nach dem Weggang Wieses waren sich Klinik-Geschäftsführer Michael Feldmann und Achim Hauser schnell einig geworden. Michael Feldmann bezeichnet Achim Hauser als „perfekte Besetzung bei dem Vorhaben, das breite Spektrum der Unfallchirurgie für die Wesermarsch sicherzustellen“. Und Achim Hauser möchte seine langjährige Erfahrung einbringen und dazu beitragen, „in Nordenham zeitnah eine medizinische Versorgung für die ganze Wesermarsch auf hohem Niveau zu gewährleisten“. Gemeinsam wolle man erreichen, dass wieder mehr Patienten aus der Wesermarsch in die Nordenhamer Klinik kommen, anstatt sich in anderen Krankenhäusern behandeln zu lassen.
An seinem neuen Arbeitsplatz schätzt Achim Hauser nicht nur die moderne Ausstattung und die „gute Kooperation mit der Anästhesie“. Ausschlaggebend sei gewesen, dass er nicht mit den niedergelassenen Orthopäden konkurriere, sondern mit ihnen Hand in Hand arbeite. Während er sich in der Unfallchirurgie um die Traumatologie kümmert, sind die Orthopäden für die Prothetik zuständig. In zahlreichen Gesprächen mit niedergelassenen Ärzten prüft er derzeit, welche medizinischen Bedarfe es zukünftig abzudecken gilt.
Dabei bringt der 46-Jährige auch eigene Ideen mit. „Die Fußchirurgie wird deutschlandweit noch ziemlich stiefmütterlich behandelt, weiß Achim Hauser. Sollte es einen ausreichend großen Bedarf geben, könnte dieser Bereich schon bald in Nordenham abgedeckt werden. Die Fußchirurgie korrigiert degenerative Veränderungen im Bereich des Vorfußes, wie „Krallenzehen“ und „Hammerzehen“.
