NORDENHAM - „Seid ihr gut drauf?“ Auf die Frage von Manuela Francksen gab es nur eine Antwort: ein langgezogenes „Jaaaaaa“. Schließlich hatten alle Gymnasiasten einen Grund, gut drauf zu sein. Die erfolgreichen Abiturienten, weil sie nach 13 Schuljahren endlich ihr Abitur in der Tasche haben. Und die jüngeren Schüler, weil für sie am Mittwoch die fünfte Stunde ausfiel. Schließlich ist es guter Brauch, dass sich der Abschlussjahrgang mit einem Abi-Scherz verabschiedet. Und da sollte die ganze Schule dabei sein, auch die Lehrer. Leider ließ sich wieder einmal nur eine Handvoll Pädagogen in der Schulstraße blicken.
Dort hatte der Abi-Jahrgang zwei Bühnen und zwei Leinwände aufgebaut. Auf der einen Bühne spielte die Abi-Band. Auf der anderen moderierten Manuela Francksen und Greta Stöver den Abi-Scherz. Auf den Leinwänden waren die Abenteuer der „Abi Five“ zu sehen. Lars-Erik Meyer, die Stimmungskanone des Jahrgangs 2010, sowie Maximilian Knorreck, Ann-Christin Stumpe, Tara Lachnitt und Sina Rosenau begaben sich auf die Suche nach den verloren gegangenen Punkten. Und diese Suche führte sie zu verschiedenen Lehrern. Die Abi-Band spielte dazu einen umgedichteten Wolfgang-Petry-Song: „So ein Wahnsinn, wo sind unsere Punkte. Eiskalt haben uns unsere Lehrer verarscht.“ Fündig wurden die „Abi-Five“ bei Schulleiter Klaus-Dieter Laske, der die vermissten Punkte in seiner Tasche versteckt hatte.
73 frisch gebackene Abiturienten veranstalteten ein Höllenspektakel in der Schulstraße. Und sie gingen sehr respektvoll mit ihren Lehrern um. Eine Gruppe von Paukern musste sich beim Ruck-Zuck-Spiel beweisen. Und sie stellte sich dabei wesentlich geschickter an als die Schülergruppe. Eine Gruppe von Eltern gewann beim Malen mit verbundenen Augen das Duell gegen die Gymnasiasten. Lediglich beim Stapeln von Süßigkeiten hatten die Schüler die Nasen vorn.
Vor dem Abi-Scherz zogen die Abiturienten begleitet von einem gewaltigen Tross aus mehreren 100 Schülern und der Polizei durch die Stadt. Von einem Trecker dröhnte Musik, dazu erklangen Fanfaren und Vuvuzelas. Und immer wieder wurde die entscheidende Botschaft angestimmt: „Abi, Abi, Abi Abituuur – 2010 – wir können gehehen“. Wer nicht mitsang, bekam eine volle Ladung aus einer der vielen Wasserspritzpistolen, mit denen sich der Abschlussjahrgang bewaffnet hatte.
