NORDENHAM - Mit einem unguten Gefühl haben viele Schüler, Eltern und Lehrer dem Unterrichtsbeginn am Gymnasium nach den Sommerferien entgegengesehen. Die Sorgen bezogen sich auf den Doppeljahrgang, mit dem das Schuljahr 2009/2010 einen besonderen Stellenwert in der Geschichte des Gymnasiums sicher hat. Aufgrund der Einführung des Turboabiturs mussten die Schüler aus den Klassenstufen 11 und 12 zusammengefasst werden und bilden jetzt die sogenannte Qualifzierungsstufe 1 – im Fachjargon als Q 1 abgekürzt. Die Befürchtungen, die mit der Bildung dieses XXL-Jahrgangs einhergingen, haben sich nach den ersten Erfahrungen allerdings nicht bestätigt. „Die Ängste waren unbegründet“, sagt Schulleiter Klaus-Dieter Laske, „bei uns hat es keine größeren Probleme gegeben.
Allerdings erforderte der Start des Doppeljahrgangs einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Die Oberstufenkoordinatoren Thomas Passmann und Doris Hölzel hatten alle Hände voll zu tun, um die Kurswünsche der 177 Q-1-Schüler zu erfüllen. Dabei waren die beiden ganz froh, dass ihnen der bisherige Organisationschef Herbert Kaiser, der mittlerweile den Ruhestand angetreten hat, mit Rat und Tat zur Seite stand. „Es hat alles gut geklappt“, sagt Thomas Passmann, „bis auf ganz wenige Ausnahmen haben alle Schüler das bekommen, was sie gewählt haben.“
Schulleiter Klaus-Dieter Laske betont, dass auch die Lehrer mit der Einteilung der Stundenpläne zufrieden seien. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auf die Oberstufenlehrer in den Prüfungsfächern eine „doppelte Menge an Arbeit“ zukommt. Denn anstelle von sonst 80 müssen im Frühjahr 2011 fast 180 Gymnasiasten durch die Prüfungen geführt werden. „Bei den Korrekturen wird das eine enorme Belastung geben“, sagt KlausDieter Laske.
Zwölf zusätzliche Lehrer
Im Gegensatz zu den Vorjahren steht das Kollegium des Gymnasiums Nordenham mit seiner personellen Besetzung zurzeit gut da. Zwölf zusätzliche Lehrer – darunter fünf neue Vollzeitkräfte, vier Referendare und drei in den Schuldienst zurückgeholte Pensionäre – verstärken das Team in der Doppelphase. „Damit kommen wir über die Runden“, sagt der Rektor. Nach seinen Angaben liegt die Unterrichtsversorgung jetzt bei 103 Prozent.
Wenn der Doppeljahrgang durch ist, werden ab 2011/2012 zwar vier Stammkräfte überflüssig. Aber da passt es gut, dass zu dem Zeitpunkt im Kollegium auch vier Pensionierungen anstehen. Allerdings zeichnen sich Engpässe bei der Abdeckung bestimmter Fächer ab. Besonders in Latein, Mathematik und Französisch droht ein verschärfter Mangel.
Besondere Herausforderung
Das Miteinander von zwei Altersstufen mit unterschiedlich langen Schulkarrieren – die einen haben acht, die anderen neun Jahre am Gymnasium hinter sich – bringt auch für die Gestaltung des Unterrichts besondere Herausforderungen mit sich. Doch nach den Beobachtungen von Thomas Passmann, der in der Q 1 zwei Deutschkurse leitet, klappt das besser als erwartet. Zumindest in seinen Deutschkursen seien „keine signifikanten Unterschiede“ im Leistungsvermögen der Schüler festzustellen. Abzuwarten bleibt jedoch, ob sich diese Einschätzung auch in den jetzt anstehenden Klausuren bestätigt.
Während sich in Thomas Passmanns Deutschkursen der Wissensstand der Zehn- und Elftklässler in etwa auf einer Ebene befindet, haben in den naturwissenschaftlichen Fächern die Schüler des jüngeren Jahrgangs wohl einiges aufzuholen. „Da gibt es schon eher Schwierigkeiten“, weiß Thomas Passmann von seinen Kollegen.
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