Nordenham - „Das Wasser färbt sich, der Himmel wird grau und nun kommt sie, die Nebelfrau. Sie kommt in den Wolken, sie kommt in der Nacht, sie bleibt in der Kälte, sie gibt gut acht...“. Diese Zeilen stammen aus dem Gedicht, das Lenard Wentow geschrieben hat. Es ist eines von 52, die sich in einem Gedichtkalender befinden. Die Klasse 6a des Nordenhamer Gymnasiums hat ihn gemeinsam mit ihrer Lehrerin Claudia Vermeer gestaltet. Und jeder Schüler hat mindestens ein selbst geschriebenes Gedicht dazu beigetragen.
Beim Weihnachtsmarkt des Gymnasiums am vergangenen Mittwoch haben die Sechstklässler den mit Fotos und selbst gemalten Bildern illustrierten Kalender angeboten. Und natürlich haben viele Eltern zugegriffen. Es sind aber noch rund 90 Exemplare übrig geblieben. Und die gibt es jetzt unter anderem in der Buchhandlung von Bestenbostel und in der Geschäftsstelle von Nordenham Marketing & Touristik zu kaufen. Ein Kalender kostet fünf Euro.
Die Schüler haben sich fest vorgenommen, einen Teil des Erlöses zu spenden. Das haben sie bereits im vergangenen Jahr getan. Damals hatten sie ein Buch mit selbst geschriebenen Märchen herausgebracht. Von diesem Märchenbuch gibt es noch etwa 70 Exemplare. Sie kosten zwei Euro das Stück und sind ebenfalls bei von Bestenbostel und bei NMT erhältlich.
Das Thema Gedichte stand in diesem Jahr auf dem Stundenplan der Sechstklässler. Da war es naheliegend, selbst Gedichte zu schreiben. Die Schüler machten sich ans Werk. Auch zwei Lehrer haben Gedichte beigesteuert. Darüber hinaus finden sich Gedichte von berühmten Schriftstellern wie Theodor Storm und Christian Morgenstern in der Sammlung. So sind 52 Gedichte zusammengekommen: für jede Woche eines und immer passend zur jeweiligen Jahreszeit.
„Es hat einen Riesenspaß gemacht“, erzählt Jonathan Eich. Seine Klassenkameraden stimmen zu. Wer glaubt, dass Gedichte altmodisch sind, liegt völlig falsch. Bei der 6a des Gymnasiums stehen sie ganz hoch im Kurs – vor allem dann, wenn sie selbst verfasst sind.
