NORDENHAM - Große Ideen entstehen manchmal an ungewöhnlichen Orten – zum Beispiel auf Dächern. Weil die Eltern von Julian Wiemers wissen wollten, ob sich eine Solaranlage für das eigene Dach lohnt, haben sie bei der Anlage der Großeltern des 18-Jährigen gemessen, mit Zettel und Stift.
So entstand die Idee, eine einfachere und präzise Art der Messung zu erfinden. Zusammen mit seinen Freunden Suayb Gürbüz (17) und Lukas Patzke (17) hat sich Julian Wiemers an die Arbeit gemacht. Ergebnisse sind eine Miniatur-Solarthermie-Anlage und der dritte Platz beim Landeswettbewerb von Jugend forscht im Fachbereich Physik.
Das Gerät besteht aus einer Schale mit Wasser, zwei Temperaturfühlern und einem Datenlog. Die Sonne erwärmt das Wasser, die beiden Temperaturfühler messen das Ergebnis. Das Datenlog zeichnet alles auf. So lässt sich feststellen, wie viel Energie die Sonne aufbringen muss, um das Wasser zu erhitzen, und letztlich, mit welchen Erträgen man bei einer Solaranlage rechnen kann. Das Gerät lässt sich problemlos auf jedes Dach installieren und ist laut den drei Erfindern auch für Laien verständlich.
Mit dem Gerät sind die Jungs angetreten, und haben den ersten Platz beim Regionalwettbewerb in Emden geholt. Dort gab es auch einen Sonderpreis der Stadtwerke Emden. Beim Landesentscheid in Clausthal-Zellerfeld schafften sie es auf Platz drei.
Das Gerät wäre zum Beispiel für Verbraucherzentralen oder Elektriker geeignet und an Interessierte verleihbar. „Interesse ist da“, sagt Julian Wiemers, der wie seine beiden Freunde die Leistungskurse Mathe und Physik belegt.
„Für uns ist es wichtig, bei den Großen mitzuspielen“, sagt Lehrer und Projektbetreuer Albert Bojunga. Der 54-Jährige ist stolz, Nordenham in dem Landesentscheid zu sehen, der sonst von südniedersächsischen Schulen dominiert werde. Die hätten meist die große Industrie in der Nähe und bekämen von dort Unterstützung. Für Albert Bojunga gab es ebenfalls einen Preis für seine langjährigen Verdienste beim Wettbewerb: Er fährt als Ehrengast zum Bundeswettbewerb.
