NORDENHAM - Bei vielen Eltern hat es auch dann noch einen Ehrenplatz, wenn ihre Kinder längst erwachsen sind: das Einschulungsfoto, das den Sprössling mit stattlicher Schultüte im Arm zeigt.

Die Nordenhamer Kindergärten sorgen dafür, dass jedes Kind sich am 1. September mit einer Schultüte auf den Weg in den neuen Lebensabschnitt machen kann. „Wir organisieren Abende, an denen die Eltern unter Anleitung der Erzieher Schultüten basteln können“, sagt Christa Cyriakel, stellvertretende Leiterin des St.-Willehad-Kindergartens. Bei der Abschlussfeier im Kindergarten bekommen die zukünftigen Erstklässler außerdem von den Erziehern selbst gebastelte Tüten. „Die füllen wir mit einem Malbuch, einem Anstecker und Schulutensilien“, erzählt Christa Cyriakel. Auf Süßigkeiten wird verzichtet.

Im evangelisch-lutherischen Kindergarten an der Oststraße basteln die Eltern die Schultüte gemeinsam mit ihren Sprösslingen. „Die Kinder erzählen uns, wie ihre Tüte aussehen soll, und wir besorgen dann Bastelbücher als Vorlage“, sagt Leiterin Waltraud Fleischhauer. Für den Inhalt der Schultüten sind die Mitarbeiter des Kindergartens zuständig. Auch dort müssen die künftigen Erstklässler der Gesundheit zuliebe auf Naschereien verzichten.

Im Kindergarten Abbehausen sind die von den Eltern gebastelten Schultüten ein Überraschungsgeschenk für die Kinder. „Die suchen sich nur die Motive aus, und ihre Eltern machen dann den Rest“, sagt Leiterin Christel Schmidt.

Wer die Schultüte nicht im Kindergarten selbst herstellt, der bastelt sie woanders. Das Geschäft Bastelkörbchen hat drei Kurse angeboten, in denen die Eltern die Tüten gestalten konnten. „Bei den Jungen sind Werder- und Spiderman-Tüten der Renner, bei den Mädchen ist die Verzierung mit rosa Tüll am gefragtesten“, weiß die Angestellte Regina Behrens.

Wer zum Basteln keine Lust hat, kann die bunten Schultüten auch kaufen. „Gefüllt werden sie nicht gern genommen. Die Eltern möchten selbst entscheiden, womit sie die Schultüte füllen“, sagt Dieter Pargmann, der bei Woolworth für den Warenservice zuständig ist. Mira Oselies, Filialleiterin bei McPaper, hat die Erfahrung gemacht, dass kleine Schultüten kaum gefragt sind. „Wenn Eltern eine Tüte kaufen, dann muss es schon eine große sein“, sagt sie.