Nordenham - Das Experiment mit den Seifenblasen macht Noah besonders viel Spaß. Wasser, Spülmittel und Farbe kommen in einen Becher. Der Vierjährige nimmt einen Strohhalm und pustet Luft in die Flüssigkeit. So entstehen die bunten Blasen. Ein Blatt Papier obendrauf, und fertig ist das Kunstwerk. Mutter Alina Jakobi ist begeistert. „Die Kinder blühen hier richtig auf“, sagt sie.
Zweimal im Jahr ist Forschertag im Kindergarten Mitte an der Albert-Schweitzer-Straße. Und das bedeutet: Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkel und Tanten können den Jungen und Mädchen beim Experimentieren zugucken. Oder mitmachen. Im Kindergarten Mitte spielen kindgerechte naturwissenschaftliche Experimente schon seit vielen Jahren eine ganz wichtige Rolle. Sie sind ein Markenzeichen der Einrichtung.
Der Forschertag gehört zu den Höhepunkten des Jahres für die 130 Jungen und Mädchen, die die Kita zurzeit besuchen. Bei Noah ist das auf jeden Fall so. Er führt seine Mutter am Freitag von einer Station zur nächsten. Insgesamt 18 Experimente haben die Erzieherinnen vorbereitet – eines spannender als das andere. Nicht nur die Kinder haben großen Spaß dabei. Das gilt auch für die Angehörigen, die viel Neues entdecken. „Auch als Mutter kann man hier eine Menge lernen“, freut sich Alina Jakobi.
Das wird Heide Schlack gerne hören. Sie ist quasi die „Forschungsbeauftragte“ des Kindergartens. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen stellt sie seit vielen Jahren das „Forschungsprogramm“ auf die Beine. Diesmal geht es um das Thema Farbe. Die Kinder stellen selbst welche her aus Blättern, die sie gesammelt haben, und Spinat. Das Experiment mit Neonfarben, Wasser und Rasierschaum ist auf den ersten Blick recht unspektakulär. Aber wenn Schwarzlicht darauf scheint, kommen leuchtende Regenbogenfarben zum Vorschein.
Heide Schlack freut sich, dass alle Kollegen im Kindergarten das Forscher-Konzept mittragen und sich mit viel Engagement einbringen. Für den Forschertag haben sich alle jeweils ein Experiment zum Thema Farbe herausgesucht. Außerdem nehmen sie an den Fortbildungen teil, die Heide Schlack, Frank Patzke und Markus Willms regelmäßig anbieten.
„Die Kinder sind total aufgeschlossen, wenn es ums Experimentieren geht“, sagt Heide Schlack. „Das Schöne ist, dass bei dem Experimentieren so ziemlich alles gefördert wird: die Sprache, die Feinmotorik, das Beobachten und vieles mehr. Das ist ein Rundumpaket.“
Und dieses Rundumpaket kommt an – bei den Kindern und bei den Eltern. Viele Angehörige stehen am Freitag um punkt acht Uhr auf der Matte. Viele bleiben den ganzen Vormittag in der Einrichtung. Zeitweise ist es brechend voll im Kindergarten.
