Nordenham - Besonders schön ist der Anblick nicht, der sich zurzeit auf dem Außengelände des evangelischen Kindergartens Pusteblume bietet. Die Männer mit den Kettensägen, die im Auftrag der evangelischen Kirchengemeinde angerückt sind, haben ganze Arbeit geleistet. Die kranken Bäume, von denen bei Sturm regelmäßig dicke Äste abgebrochen sind, liegen zersägt und zu Hügeln aufgetürmt in einer unansehnlichen Matschlandschaft.

Natürlich findet auch die Kindergartenleiterin Natascha Schulz den derzeitigen Zustand des Außengeländes alles andere als einladend. Aber anstatt über den Verlust der alten Kastanien zu trauern, die gefällt werden mussten, weil sie eine Gefahr darstellten, richtet sie den Blick nach vorne. Mit Günter Buss vom Arbeitskreis Holunderschule hat sich die Kindergartenleiterin am Montag beraten, wie das Außengelände neu gestaltet werden kann.

Der Arbeitskreis Holunderschule ist ein Zusammenschluss von Landschaftsgärtner und Pädagogen, die sich auf die naturnahe Gestaltung von Außenflächen vor allem an Grundschulen und Kindergärten spezialisiert haben. Vor sechs Jahren hat der Kindergarten Pusteblume schon einmal mit der Holunderschule zusammengearbeitet. Damals sind unter anderem ein Klettergarten, ein Wahrnehmungspfad, Hochbeete und ein Naschgarten entstanden.

Diesmal geht es um die Neubebepflanzung des Geländes, die im Frühjahr starten soll. Wie schon bei der ersten Aktion im Jahre 2012 sollen die Eltern bei der Planung mit einbezogen werden. Dazu will Günter Buss einen Workshop anbieten. Auch die Bepflanzung soll ein gemeinsames Projekt werden – von Kindern, Eltern, Förderverein und Kindergartenpersonal. Bei der Finanzierung hofft Natascha Schulz auf die Unterstützung durch Sponsoren.

Günter Buss setzt bei der Gestaltung auf heimische Sträucher. Und er macht deutlich, dass er kein Freund von rechten Winkeln ist. Durch die Bepflanzung sollen Nischen und kleine Höhlen entstehen, die zum Spielen anregen. Bevor es losgeht mit der Bepflanzung, sind aber noch einige Restarbeiten zu erledigen. Das Holz wird abtransportiert und zum Teil geschreddert, die Baumstümpfe müssen noch ausgefräst werden.

Und dann können die Jungen und Mädchen endlich wieder das Außengelände nutzen, das seit dem ersten Herbststurm im September vergangenen Jahres tabu ist, weil immer wieder dicke Äste abgebrochen sind und zu lebensgefährlichen Geschossen wurden.

Den Kastanien hatten Miniermotte und Fäulnis arg zugesetzt. Dass das Gelände schon seit einigen Monaten nicht mehr zur Verfügung steht, ist vor allem für die Kinder eine große Belastung, weil sie ihren Bewegungsdrang nicht so ausleben könne, wie sie das gerne tun würden.