Nordenham - Ein Duo auf Augenhöhe soll die Leitung des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Nordenham übernehmen. So drückt es Ludger Abeln, Vorsitzender des Kreiscaritasverbandes, aus. Das Duo ist auch schon gefunden. Es handelt es sich um zwei waschechte Nordenhamer: Anja Danowski und Stefan Schreiber. Sie treten die Nachfolge von Welf-Gerrit Otto an, der im Mai nach nur siebenmonatiger Tätigkeit als MGH-Chef seinen Arbeitsvertrag nicht verlängert wollte.
Anja Danowski ist 35 Jahre alt und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Die gelernte Schuhfachverkäuferin ist bereits seit März dieses Jahres in der Verwaltung des Mehrgenerationenhauses tätig. Sie soll sich künftig schwerpunktmäßig um die internen Abläufe im Haus kümmern. Stefan Schreiber wird sich schwerpunktmäßig um die „Außenpolitik“ kümmern. Das bedeutet, dass der 60-Jährige vorwiegend den Kontakt zu den Kooperationspartnern hält und versucht, neue Angebote ins Haus zu holen.
Stefan Schreiber kennen viele Nordenhamer noch aus dem Seniorenzentrum To Huus achtern Diek in Blexen. Bis 2017 hatte es der gelernte Altenpfleger geleitet. Zurzeit arbeitet Stefan Schreiber noch im Zentrum für lebenslanges Lernen an der Universität Oldenburg. Dort ist er für die Entwicklung von Fortbildungsangeboten für Menschen im Pflegebereich zuständig. Am 1. August wechselt er ins MGH.
Gibt es Gestaltungsspielräume? Das war die erste Frage, die Stefan Schreiber stellte, als er sich bei der Caritas, der Trägerin des Mehrgenerationenhauses, meldete. Gestaltungsspielräume gibt es reichlich. Wichtig ist Ludger Abeln und Geschäftsführer Ralf Bunten, dass es gelingt, das MGH tatsächlich zu einem Haus für alle Generationen zu machen. Beide wissen, dass die Generation der 30- bis 60-Jährigen die Angebote im Haus kaum nutzt. Das will die Caritas auch mit Hilfe des neuen Leitungsduos ändern.
Stefan Schreiber sieht den Reiz seiner neuen Aufgabe in der Zusammenarbeit mit den vielen Ehrenamtlichen. Er hofft, dass es noch mehr werden und setzt dabei vor allem auf die ältere Generation. „Ältere Menschen verfügen über so viel Potenzial und so viel Know-how, das oftmals verloren geht, wenn sie in den Ruhestand wechseln.“ Das MGH sieht Stefan Schreiber als ein Haus, in dem Kontakte zwischen den Menschen entstehen und wachsen können.
So wie Stefan Schreiber freut sich auch Anja Danowski auf die neue Aufgabe. Sie will versuchen, den Bereich der Nachmittagsangebote auszubauen. „Ich bin offen für alles“, sagt sie, „und freue mich darauf, wie es jetzt weitergeht.“
